Velvet Assassin - Xbox 360 [Chestburster]

  • „You will experience what she experienced, walk where she walked, and kill those she killed.“


    Wir schlüpfen in die Rolle der Violette Summer, die während des Zweiten Weltkrieges in einem
    Sanatorium im Koma liegt. Doch wie kam es dazu? Ihre Geschichte, der Kampf gegen das Nazi-
    Regime sowie der Ursprung für die Lage, in welcher sie sich nun befindet wird in insgesamt zwölf
    Missionen erzählt, die sie in ihren fiebrigen Träumen plagen.


    Zu Beginn wählen wir zwischen zwei Schwierigkeitsgraden aus: Normal und Agent. Dann geht es
    auch schon los.
    Bereits das erste Level, in welchem es unsere Aufgabe ist, zu einem Bunker zu gelangen, weiß
    optisch mit seinen Laubbäumen und den zugehörigen fallenden Blättern zu überzeugen. Dabei
    werden wir Schritt für Schritt in die Mechanik des Spiels mithilfe eines Tutorials eingeführt.
    Im Prinzip bietet Velvet Assassin vorallem für Splinter Cell-Fans nichts Neues: Im Schatten ist
    Violette unsichtbar für den Gegner. Dies erkennt ihr an der violetten Silhouette, die ihre
    Gesundheitsanzeige in Form ihres Körpers (wie man es von Spielen wie Max Payne kennt) umgibt.
    Dank dieser Fähigkeit ist es euch möglich, unbemerkt von hinten an den Gegner anzuschleichen und
    ihn dann hinterrücks das Licht auszuknipsen. Dies geschieht in besonderen Animationen, die die
    sogenannten „Silent Kills“ nicht gerade zimperlich darstellen. So wird einem Soldaten die Kehle
    durchgeschnitten, dem anderen das Messer in den Kopf gerammt, nur um ihn danach in den Schatten
    zu verstecken. Eine andere Möglichkeit, eure Gegner auszuschalten, ist die gute alte Rambo-
    Methode, mit welcher ihr allerdings nicht lange überleben werdet, da Violettes Gesundheitszustand
    doch recht schnell erschöpft ist. Zudem besteht die Möglichkeit, bei einigen Soldaten eine Granate
    zu zünden, die sich an deren Gürteln befindet.
    Scheinbar ausweglose Situationen könnt ihr mithilfe von Morphium meistern. Bis zu drei dieser
    Spritzen kann Violette gleichzeitig tragen (doch dazu später mehr). Setzt man diese ein, verlangsamt
    sich die Zeit und Violette läuft auf ihren unbeweglichen Gegner zu. In dieser Situation ist es euch
    sogar erlaubt, euer Attentat von vorne zu begehen.
    Ein wichtiges Spielelement bei Velvet Assassin sind die sogenannten Sammlerstücke - kleine
    Goodies, die überall in den Levels verstreut sind und von denen euch jeweils zehn gesammelte einen
    Fähigkeitenstern zur Verfügung stellen. Richtig gelesen, ein Fähigkeitenstern! Velvet Assassin
    verfügt nämlich über leichte Rollenspielelemente, die es euch gestatten, zwischen drei Fähigkeiten zu
    wählen, die ihr je nach Belieben bis zu fünf Sternen verbessern könnt: Entscheidet ihr euch für
    Morphium, so kann Violette maximal drei Spritzen bei sich tragen. Legt ihr euren Fokus hingegen
    auf Stealth, so schleicht sie sich lautlos und perfekt an ihre Gegner heran. Stärke hingegen hilft euch,
    mehr gegnerische Treffer einzustecken, denn manchmal lassen sich Schussgefechte nicht vermeiden.
    Ein weiteres nettes Element ist die Tarnung, denn Violette kann sich an bestimmten Stellen des
    Spiels als SS-Offizierin tarnen, indem sie sich in passenden Schränken umzieht. In dieser Lage ist ein
    Silent Kill jedoch nicht möglich. Außerdem müsst ihr stets auf euren Abstand zu den Gegnern
    achten, denn wenn ihr zu nah herankommt, werdet ihr enttarnt. Ist es einmal hierzu gekommen,
    ertönt drohende Musik, wie man sie eigentlich aus Horrorspielen kennt und ihr müsst euch ein
    Versteck suchen.


    So weit, so gut. Und wie ist das Spiel aus deutscher Hand nun geworden?
    Velvet Assassin überzeugt sicherlich durch seine düstere Optik, die schöne und passende Musik, die
    tolle englische Sprachausgabe sowie die erwachsene und teilweise sehr harte Thematik. Auch die
    Rollenspielelemente wissen zu unterhalten und können einiges wesentlich leichter machen.
    Leider hat es aber auch viele Schwächen. Hierzu zählen Clipping- und Grafikfehler: Gegner können
    durch die Wand schießen, wenn man selbst ungünstig hinter einer Mauer steht. Zudem sieht man sie
    auch hinter Türen durch Grafikfehler schon auftauchen, was oftmals die Spannung rauben kann. Ein
    weiterer negativer Aspekt ist der Umgang mit dem Entdecktwerden. Es reicht zum Beispiel aus,
    einfach aus der Tür heraus in den vorherigen Raum zu gehen. Die Gegner werden nicht folgen,
    sondern bei einem Blick durch das Schlüsselloch dumm in der Gegend herumsuchen und sich fragen,
    was das nun war, Drohungen an den unbekannten Feind ausstoßen, um dann anschließend sofort
    wieder zur Tagesordnung überzugehen. Hier wäre eine verstärkte Alarmbereitschaft seitens der
    Soldaten nach dem ersten Entdecken sicherlich fordernder gewesen.
    Im Gesamtbild ist Velvet Assassin jedoch ein spannender Stealth-Shooter, der einige Stunden an die
    Spielkonsole fesselt, sofern man sich darauf einlässt und mit diesen Macken leben kann.


    Story 8/10
    Steuerung 7/10
    Gameplay 6/10
    Grafik 8/10
    Sound 9/10


    Insgesamt 7/10