Devil May Cry 4 - Xbox360/PS3 [Resi]

  • Vorweg: Dieses Review enthält keinerlei Spoiler (soll ja etwas Werbung für diejenigen sein, die das Spiel noch nicht besitzen. :D)


    Devil May Cry 4




    Mit Devil May Cry 4 feierte am 8. Februar 2008 eine der erfolgreichsten und beliebtesten Spieleserien der letzten Jahre ihr Next-Gen Debüt in Europa, erstmals auch auf einer Microsoft-Konsole. Seit etwa sieben Jahren und drei Teilen steht die Devil May Cry-Serie für schöne, stylische, packende, krachende und traumhafte Action auf aller höchstem Niveau. Bleibt die Frage ob der aktuelle vierte Teil nahtlos an den bisherigen Erfolgen anknüpfen kann...


    Der neue Dante!


    Seit jeher schlagen sich Dämonenjäger mit einem ganz besonderen Protagonisten durch die Devil May Cry-Welt: Dante, der Sohn des legänderen schwarzen Ritters Sparda, die Coolheit in Person. Doch damit ist vorest, zumindest teilweise, Schluss! Der neue Hauptcharakter in Devil May Cry 4 sieht Dante zum Verwechseln ähnlich, ist mindestens genau so cool drauf, in seinen Adern fließt ebenfalls Spardas Blut und er trägt den Namen Nero. Eine Besonderheit und gleichzeitig auch die größte Neuerung im Spiel ist die Möglichkeit sowohl mit Newcomer Nero als auch mit dem guten, alten Dante zu spielen. Im Mittelpunkt der Story steht diesmal allerdings nicht Dante - welcher aber dennoch eine große Rolle spielt - sondern Nero der um jeden Preis seine geliebte Kyrie retten will. So sehr sich die beiden Charaktere auch ähneln, so sehr unterscheiden sie sich spielerisch von einander. Während Dante über ein nahezu beängstigendes Waffenarsenal und zig verschiedene Kampftechniken verfügt, ist Nero eher mager ausgestattet, dank seinem Dämonenarm kann er trotzdem locker mit Dante mithalten.


    "Wenn ich zum Dämon werde, muss ich das Exil ertragen, solange ich sie nur beschützen kann!"


    Devil May Cry 4 bietet eine sehr packende und tiefgründige Story, welche mit hervorragenden, teils minutenlangen, Zwischenszenen sehr gut erzählt wird. Im Grunde ist es eine Liebesgeschichte zwischen Nero und Kyrie, die im Laufe des Spiels von Neros Widersachern entführt und bedroht wird. Dies bedeutet, dass die Story auch viele emotionale Momente bietet, vorallem bei den Szenen mit Nero und Kyrie wird man dank den atemberaubenden Zwischenszenen und der tollen musikalischen Untermalung richtig mitfühlen. Und das ist bei weitem nicht alles was die Story zu bieten hat, man wird sich ziemlich oft fragen wer jetzt eigentlich der Gute und wer der Böse ist, zudem erwarten dem Spieler einige unerwartete Wendungen. Die Handlung beginnt zwar etwas verwirrend, vor allem für Kenner der Vorgänger, im weiteren Spiel-Verlauf wird allerdings klar wie gut sie durchdacht ist, die Motivation durch die Story steigt von Mission zu Mission an, da sie in der zweiten Hälfte so richtig an Fahrt aufnimmt, gegen Ende steigt die Spannung dann nochmal rasant an. Storytechnisch gibt es hier nichts zu meckern, in dem Punkt lässt Devil May Cry 4 nicht nur andere Gerne-Vertreter weit hinter sich.


    Action, Action und Action!


    Doch so gut die Story auch sein mag, eine wichtige Frage bleibt: Wie spielt es sich? Die Antwort: actionreich! Man wird zwar auf einige wenige Rätsel stoßen, welche aber allesamt sehr einfach gehalten sind und das Spiel kaum erschweren. Der Levelaufbau ist sehr linear gehalten, immer wieder muss eine gewisse Anzahl an Gegnern eliminiert werden, damit die magischen Barrieren die ein Vorankommen unmöglich machen zerstört werden. Das Gegnerdesign ist dabei absolut lobenswert, nicht nur dass sämtliche Gegner extrem detaliert sind, sie wurden alle sehr innovativ gestaltet. Vor Eintönigkeit muss man sich allerdings nicht fürchten, da es auch etliche, fordernde und abwechslungsreiche Geschicklichkeits-Passagen gibt. Gigantische Bosskämpfe dürfen natürlich auch im vierten Teil nicht fehlen und stellen das spielerische Highlight von Devil May Cry 4 dar. Sehr viele Kämpfe erfordern eine gewisse Taktik auf die man erst draufkommen muss. Man kommt dabei richtig ins Schwitzen, den ganz so einfach lassen sich die Dämonen nicht besiegen, ein einfaches Draufhauen reicht nur bei wenigen aus. Auch von der Inszenierung her können sich die fulminanten Bosskämpfe sehen lassen. Sowohl grafisch, musikalisch, als auch spielerisch gehören diese Bombastkämpfe zum Besten, was man bisher auf einer Konsole kennengelernt hat. Jeder Kampf startet und endet mit einer kleinen (coolen) Zwischenszene, die die Atmosphäre nochmal steigert.


    Entdecker aufgepasst!


    Sehr schön und motivierend sind auch die vielen Rollenspielelemente die das Spiel zu bieten hat. So kann man beispielsweise rote Kugeln, die man in zerstörten Gegenständen oder in besiegten Dämonen findet, bei einer Göttersatue oder im Missonsmenü gegen einige nützliche Objekte wie blaue Kugeln (erhöhen die Lebensanzeige dauerhaft) oder Weihwasser (fügt Dämonen in der Nähe schweren Schaden zu) eintauschen. Einige Objekte sind im direkten Kampf nützlich, andere erhöhen Werte wie beispielsweise Magie. Man kann sämtliche Objekte allerdings nur bis zu einer bestimmten Anzahl erwerben - dafür sind einige gut, machmal weniger gut versteckt in den verschieden Levels zu finden - es sollte also gut überlegt sein wann und wo welches Objekt eingesetzt wird. Neben Objekten gibt es auch die Möglichkeit, sowohl für Nero als auch für Dante, neue Fähigkeiten zu erlernen. Hierfür benötigt man sogenannte "stolze Seelen" welche man nach jeder erfolgreich abgeschlossenen Mission erhält. Die Anzahl der Seelen hängt davon ab wie gut man gespielt hat, sprich vom erreichten Rank bzw. den verdienten Punkten. Nach jeder Mission gibt es abhängig von der benötigten Zeit, der Stil-Punkte, der gesammelten roten Kugeln und anderen Faktoren Punkte, je mehr Punkte desto höher der Rank. Die Fähigkeiten sind vielfältig und sehr hilfreich. Also immer schön stolze Seelen sammeln. Objekte und rote Kugeln findet man übrigens auch in den Geheimmissionen, dabei handelt es sich um versteckte Missionen die verschiedenste Anforderungen verlangen - dem Spieler steht es jedoch frei, ob er diese erfüllen oder doch lieber umgehen will, leicht sind diese Mission nämlich nicht.


    Déjà-vu?!


    Der wohl schwerwiegenste Kritikpunkt von Devil May Cry 4: Man spielt das Spiel beim ersten Durchgang qausi zwei Mal durch, einmal mit Nero und einmal mit Dante. Die Bossgegner müssen sogar drei Mal besiegt werden. Ab einer bestimmten Mission (welche wird nicht verraten um Spoiler zu vermeiden) muss man exakt den gleichen Weg den man vorher mit Nero gerannt ist mit Dante "zurückrennen" und dabei die selben Gegner auslöschen. Dadurch dass sich Nero und Dante spielerisch wirklich extrem unterscheiden und dank der packenden Story, kommt aber auch hier keine Langeweile auf. Zudem bekommt man in den letzten Mission wieder völlig Neues zu sehen.


    Hochglanz Technik!


    Mit Devil May Cry 4 hat Capcom wiedermal die Power der MT-Framework Engine demonstriert. Gestochenscharfe Texturen, tolle Effekte und der unglaubliche Detailreichtum machen das Spiel zu einer wahren Augenweide. Lediglich gelegentliche Kameraprobleme sowie nerviges Tearing trüben den sonst herovorragenden technischen Eindruck. Die Soundkulisse ist ebenfalls absolut spitze, ebenso wie die tolle (englische) Sprachausgabe. Die Steuerung ist sehr einfach und flüssig und das Combo-System leicht zu erlernen aber schwer zu beherrschen. Die Ladezeiten fallen nach der Installation (benötigt 4,7 GB freien Platz auf der Festplatte) mit 3 bis maximal 5 Sekunden kaum ins Gewicht, wenn man aber auf die Insallation verzichtet, kann man mit 10 bis 15 Sekunden rechnen, was nicht gerade wenig ist.


    Mensch oder Teufelsjäger... oder doch was anderes?


    Der Schwierigskeitsgrad hat es in Devil May Cry 4 in sich! Während der einfachste Schwierigkeitsgrad "Mensch" zwar fordernd, zumindest für Anfänger, aber ohne größere Probleme zu bewältigen sein sollte wird im nächsten Schwierigkeitsgrad "Teufelsjäger" schon mehr abverlangt. Sollten sich einige dennoch unterfordert fühlen, gibt es den noch viel brutaleren "Spardas Sohn" Modus, diesen Modus werden - und das garantiere ich - nur geübte Spieler schaffen, die viel Zeit mit dem Spiel verbringen. Aber selbst dieser Modus wird noch von zwei weiteren Schwierigkeitsgraden übertroffen. Wer eine ultimative Herausforderung sucht die nichts mit dem Hauptspiel zu tun hat, sollte beim blutigen Palast (wird freigeschaltet sobald man den Modus "Teufelsjäger" erfolgreich beendet hat) vorbei schauen. Devil May Cry 4 bietet einen sehr hohen Widerspielwert, da man nach dem ersten Durchspielen jeder Zeit seine Lieblingsmission nochmal spielen kann und der Status von Dante bzw. Nero erhalten bleibt. Ferner besteht dann die Möglichkeit sich alle Zwischenszenen hintereinander anzusehen, das ganze wirkt wie ein schöner, spannender Anime-Film. Die Hauptstory hat 20 Missionen und nimmt etwa 10 bis 13 Stunden in Anspruch.
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    Fazit:[/color]
    Devil May Cry 4 ist ein tolles Spiel, das ich jedem Xbox360- bzw. PS3-Besitzer uneingeschränkt empfehlen kann, besonders Anime-Fans müssen zuschlagen! Die tolle Story, die wirklich sehr, sehr schönen Zwischenszenen, die fantastische Grafik und das spaßige Gameplay machen das Spiel zu einem unvergesslichen Spielerlebnis. Es gibt viele bewegende Momente in Devil May Cry 4, an die man sich einige Zeit erinnern wird - ein Spiel das im Gedächnis bleibt. Auch die verschiedenen Schwierigkeitsgrade haben es mir angetan, wer DIE Herausforderung sucht, ist hier genau richtig. Kein anderes mir bekanntes Spiel ist dermaßen fordernd.



    PS: Dieses Review ist zu 100% subjektiv und spiegelt lediglich meine persönliche Meinung wieder.