Sarlac und AngelS Wesker in den Bergen des Wahnsinns

  • @C.J.
    :D Danke. Man gibt sich Mühe.


    F.E.A.R.
    Wir freuen uns auch immer, wenn wir unseren Lesern mit so langen Kapiteln eine Freude machen können.
    Ich hoffe nur, wir werden nicht gleich gelyncht, wenn's mal wieder was weniger wird. :rolleyes:
    (Klartext: Stellt euch alle schonmal seelisch und moralisch drauf ein, das auch mal wieder was kürzeres kommen wird. :diablo: )


    @Taka
    Ja, die Anspielung kam irgendwie ganz spontan... ich hatte kurz vorher den Film gesehen und das passte so hübsch da rein. :D

  • Sarlac und AngelS Wesker in den Bergen des Wahnsinns


    Von AngelS Wesker und Sarlac


    Kapitel 60: Wenn der Bio’ fünf Mal klingelt Teil 1 von 2


    Immer noch leise winselnd döste er schließlich ein. Die komische Frau streichelte weiter seinen Kopf und das tat ihm gut. Es beruhigte ihn ein wenig.
    Die komische Frau war überhaupt sehr nett zu ihm. Sie kraulte ihn hinterm Ohr, redete immer ganz lieb mit ihm und sorgte dafür, das der fiese rote Mann mit den Hörnern immer genügend Würstchen für ihn brachte. Aber sie war eben nicht sein Frauchen und deshalb winselte er.
    Das alles war ohnehin sehr verwirrend für ihn.
    Ganz brav hatte er an der Straße gehockt und fröhlich das Würstchen gegessen, das ihm der so gut nach Seife riechende, nette Mann geschenkt hatte. Dann war die komische Frau gekommen, hatte ihn bei der Hand genommen und gesagt, sein Frauchen würde sicher schon auf ihn warten. Da hatte er sich so sehr gefreut. Er hatte sein Frauchen nämlich schon eine ganze Ewigkeit lang nicht mehr gesehen. Vielleicht sogar zwei Ewigkeiten lang.
    Sie waren gerade erst ein kleines Stückchen weit gegangen, als das große Auto gekommen war. Er wusste, das Autos einem weh tun konnten, wenn man nicht aufpasste und deshalb hatte er sich auch sehr erschrocken, als das große Auto direkt neben ihm und der komischen Frau gehalten hatte.
    Dann war der rote Mann mit den Hörnern aus dem Auto gesprungen, hatte ihn und die komische Frau in das Auto hineingeschoben und war losgefahren.
    Da hatte er sich sehr gefreut. Und er hatte angefangen, die Frau komisch zu finden. Denn die wollte überhaupt nicht Auto fahren, obwohl Autos doch so schnell waren. Und mit so einem schnellen Auto würden sie auch viel schneller bei seinem Frauchen sein, hatte er gedacht.
    Aber dann hatte der rote Mann mit den Hörnern sie den Berg hoch und hierher gebracht.
    Und das war nicht schön. Hier war es kalt, draußen heulte der Wind fast lauter als er selbst und sein Frauchen war überhaupt nicht hier.
    Außerdem meckerte der rote Mann immer nur rum. Er meckerte, wenn ihnen kalt war und sie es wärmer haben wollten. Er meckerte, wenn sie Hunger hatten, wenn die komische Frau mehr Tee wollte.... einfach immer.
    Man hätte fast meinen können, der rote Mann wäre eine Ziege, aber das war er nicht. Er hatte zwar Hörner, aber Ziegen waren nicht rot.




    Gut, sein Frauchen hatte auch immer viel zu meckern, aber sie hatte wenigstens gute Gründe dafür. Das hatte sie zumindest immer gesagt. Und eigentlich hatte sein Frauchen auch mehr geschrieen als gemeckert.
    Und sein Frauchen konnte auch ganz nett sein. Als er sie das letzte Mal gesehen hatte, war sie nett gewesen. Sie hatte ihn hinterm Ohr gekrault und gesagt „Geh nur. Du schaffst das schon allein. Bist ja schon ein großer Junge.“
    Und bei dem Gedanken daran musste er wieder winseln. Frauchen hatte sich auf ihn verlassen und was machte er daraus? Große Jungen hockten nicht ungewaschen und zerzaust auf Bergen. Sicher würde Frauchen ihn dafür ausschimpfen... wenn sie ihn denn jetzt überhaupt noch haben wollte. Der Gedanke war schrecklich.
    Doch noch bevor er deswegen anfangen konnte, noch lauter zu winseln, kam ihm ein noch schlimmerer Gedanke.
    Was, wenn Frauchen ihn sogar nur deshalb allein losgeschickt hatte, weil sie ihn loswerden wollte? Er war ja doch recht oft ungezogen. Vielleicht hatte sie einfach genug von ihm gehabt.
    Er schüttelte sich, als könnte er so diese schlimmen, schlimmen Gedanken aus seinem Kopf schütteln.
    Das konnte einfach nicht sein. Das wäre ja so, als hätte Frauchen ihn einfach ausgesetzt. Und so etwas würde sie niemals tun. Ein armes, hilfloses Wesen, das auf ihre Fürsorge und Zuneigung angewiesen war, einfach sich selbst überlassen... dafür war Frauchen viel zu tierlieb. Vollkommen absurd.
    Sicher würde sie schon bald kommen und dann würde sie ihn ausschimpfen und ihn vielleicht sogar wieder im Keller anketten...
    Doch plötzlich wurde sein zunehmend angenehmerer Gedankengang von einem Geräusch unterbrochen.
    Lautstark wurde sich von draußen an der Tür zuschaffen gemacht. Und das konnte nur eines bedeuten... der rote Mann kam wieder.
    Schnell drehte er sich zur Tür um, nahm eine Drohhaltung ein und begann zu knurren. Er hatte keine Angst vorm roten Mann. Der war zwar immer sehr fies wenn er kam, aber je länger er blieb, desto dümmer schien er zu werden. Das fand er dann immer sehr lustig. Manchmal wusste der rote Mann nämlich beim hinausgehen nicht mehr, warum er eigentlich gekommen war.
    Aber am Anfang, wenn er kam, war der rote Mann nie lustig.
    Gestern hatte er ihm ins Bein gebissen, als er reinkam, und da hatte der rote Mann wirklich sehr schlimm gemeckert.
    Und die komische Frau hatte ihn nachher getröstet und ihm gesagt, dass es dumm war, den roten Mann zu beißen. Zumindest direkt, wenn er reinkam. Kurz, bevor er gehen würde, wäre das wohl weniger dumm. Sie sagte, das würde ihm wohl sowieso erst weh tun, wenn er längst weg wäre, weil sein Hirn dann zu langsam wäre, den Schmerz zu verarbeiten oder so. Und wenn es dann weh täte, wüsste er wohl nicht mal mehr warum. Dann hatte sie gekichert, aber er hatte nicht so ganz verstanden, weshalb.
    Der rote Mann öffnete die Tür, kam herein und schloss die Tür wieder.
    Er knurrte so laut er nur konnte, doch den roten Mann schien das nicht zu beeindrucken. Die komische Frau legte ihm eine Hand auf den Rücken und redete beruhigend auf ihn ein. Doch er wollte sich nicht beruhigen.
    Erst, als die komische Frau ihn am Ohrläppchen packte und seinen Kopf daran von der Tür wegzog, hörte er auf. Das hatte zwar nicht weh getan (sie hatte ja nicht fest gezogen), aber es war unangenehm und er verstand, das er aufhören sollte zu knurren. Aber er passte weiter gut auf. Und er war bereit, sofort wieder zu knurren (und vielleicht sogar zu beißen), wenn der rote Mann böse zu der komischen Frau wäre.
    Aber der rote Mann stellte nur ein großes Tablett ab und fing schon wieder an zu meckern.
    „Ihr fresst mir wirklich noch die Haare vom Kopf.... Da werden der Herr Sarlac und die Frau AngelS Wesker ganz schön teuer für zahlen müssen. Glaubt ja nicht, dass ihr euch hier bei mir einfach so schamlos durchfressen könnt!“
    Er horchte auf. AngelS Wesker? Das war sein Frauchen! Er kannte sein Frauchen. Und wenn Frauchen etwas bezahlen sollte, musste sie doch herkommen. Er wusste nämlich genau, das sie Online-Banking nicht mochte. Er entspannte sich etwas und hörte zu, wie die komische Frau mit dem roten Mann sprach.
    „Na ja, sooo teuer sind Würstchen und Tee auch wieder nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass wir wohl kaum freiwillig hier sind.“
    „Stimmt. Ihr wärt nicht hier, wenn Sarlac und AngelS wüssten, wie man sich einem mächtigen Konzern wie Umbrella gegenüber verhält.“
    „Hmm... warum haben Sie dann uns entführt und nicht die beiden? Wir können doch nichts dafür.“
    „Jetzt werd mal nicht frech, du kleine Klugscheißerin!“ Der rote Mann war näher gekommen und drohte der komischen Frau jetzt mit der Faust. Das war zuviel. Er fletschte die Zähne und knurrte den roten Mann so laut an, wie er konnte. Und es half. Der rote Mann wich einen Schritt zurück und schien ein wenig verwirrt. Wie um von seiner Drohung abzulenken, benutzte er die schon erhobene Faust, um sich etwas Schweiß von der Stirn zu wischen. Er wirkte fast ein wenig verlegen.
    „Ganz schön heiß hier drin. Ich werde euch mal die Heizung etwas runterdrehen.“
    Die komische Frau streichelte lobend seinen Kopf und lächelte ihn kurz an. Dann widmete sie sich wieder dem roten Mann.
    „Sie finden es zu warm? Also ich finde es ziemlich kühl. Und der kleine Albert hier winselt auch schon die ganze Zeit, weil ihm so kalt ist.“
    Da hatte die komische Frau aber gelogen. Ihm war zwar schon ein wenig kühl, aber gewinselt hatte er deswegen nicht. Na ja, wahrscheinlich hatte sie das nur gesagt, um den roten Mann zu ärgern. Und dann war das ja in Ordnung. Es funktionierte sogar. Er hätte niemals gedacht, das der rote Mann noch röter werden könnte.
    „Wie bitte? Kühl? Ihr habt Nerven. Und das bei den Heizkosten heutzutage....“
    Meckernd ging der rote Mann wieder, doch bevor er die Tür zuschlug, hörten sie ihn noch schimpfen. „...Also gut... Drehe ich die Heizung eben NOCH höher... und dann bring ich den Herrschaften ihr Essen, damit uns die kostbaren Geiseln nicht verhungern...“


    Als der rote Mann weg war, sprang die komische Frau kichernd auf und holte das Tablett her, das der rote Mann vorhin abgestellt hatte.
    „Hihi. Er war gerade lange genug hier um zu vergessen, dass er das Essen schon gebracht hatte.“ Sie hielt ihm eine große Schüssel mit dampfenden Würstchen hin.
    „Ich hoffe, du hast groooooßen Hunger, kleiner Albert.“
    Ja, den hatte er. Gierig stürzte er sich auf die Würstchen und die Welt war vorerst mal wieder in Ordnung.

  • Sarlac und AngelS Wesker in den Bergen des Wahnsinns


    Von AngelS Wesker und Sarlac


    Kapitel 60: Wenn der Bio’ fünf Mal klingelt Teil 2 von 2


    Eine halbe Stunde später stapfte devilman wütend aus dem Keller, das war jetzt schon das dritte Mal, dass er die Würstchen und den Tee vergessen hatte. Zornig ging er in den Heizungsraum und drehte den Regler noch eine Stufe nach oben. Undankbares Pack, diese Geiseln, die sollten froh sein, dass er überhaupt eine Heizung im Keller hatte, schließlich brauchte er sie selbst nicht und er wollte auch keine.
    So, dass war schon mal das, was wollte er sonst noch tun? Richtig, essen sollte er ihnen bringen, ob die wohl Eis mochten? Nein, Moment, das war er selbst, dieses Sonnenbrillentier mochte Würstchen und die Frau Tee, genau, das musste er noch runterbringen… komisch, dass er es schon wieder vergessen hatte, es kam ihm vor als würde er andauernd Tee und Würstchen in den Keller bringen, so langsam wurden sogar seine Vorräte knapp, dabei dachte er, er hätte sich beim letzten Mal genug liefern lassen. Naja, müsste er eben noch mal beim „lustigen Bergsteiger“ anrufen und mehr bestellen, oder hatte er das schon getan? Er ging die Treppe hinauf und ein kühler Windhauch blies ihm entgegen, zum Glück hatte er im Erdgeschoss fast alle Fenster offen. In dem Moment kam devilman eine Idee, er rannte die Treppe hoch und kam schon wieder ins Schwitzen, aber das machte nichts, er musste sich nur noch auf den klugen Gedanken konzentrieren. Er rannte zu seinem Schreibtisch und griff zu seinem Stift. In voller Konzentration steckte er seine Zunge zwischen die Lippen und begann langsam und sorgfältig zu schreiben, jetzt bloß keinen Fehler machen…
    Stolz blickte devilman auf seinen Zettel, er konnte sogar richtig schlau sein, wenn es heiß war. Er hatte vorher schon so lange über der Forderungsliste gebrütet und ihm war nichts eingefallen, doch jetzt war alles klar. Er war so zufrieden mit sich, dass er das Essen für die Geiseln ganz vergaß und sich nur schnell seiner Kleidung entledigte um besser durchzukühlen.
    Zufrieden lehnte er sich im Stuhl zurück und freute sich darüber wie klug er doch war.


    Nach fast einer Stunde war devilman endlich wieder schön kühl, und er erwachte aus seinen Tagträumereien. Jetzt konnte er eigentlich auch tun was er wollte, denn seine Liste war ja endlich fertig. Stolz blickte er auf den Zettel „Lakritzeis“? Was zum Geier sollte Lakritzeis auf der Liste? Er war wohl doch nicht so schlau gewesen wie er gedacht hatte, das war immer das schlimmste an seiner Temperaturempfindlichkeit, wenn es passierte, wurde immer sein ganzer Tagesplan durcheinander geworfen.
    devilman warf einen sehnsüchtigen Blick aus dem sperrangelweit geöffneten Fenster. Was für ein herrliches Wetter, dieser Sturm, all der Schnee. Wie gern würde er jetzt draußen in der Hängematte liegen, ein leckeres Eis essen und etwas lesen. Ein wenig leichte Lektüre... Tolstoi oder Shakespeare vielleicht. So was war genau das Richtige für zwischendurch.
    Aber das konnte er sich jetzt einfach nicht erlauben. Seine ach so tolle Entführung war so planlos gewesen. Unten in Raccoon City war ihm das alles so einleuchtend vorgekommen. Fast schon genial. Doch hier oben, in der angenehmen Kälte hatte er all die Fehler in seinem Plan bemerkt. Zum Beispiel wusste er nicht mal, was er für Forderungen stellen sollte, Lakritzeis war wohl nichts. Wütend knüllte er den Zettel zusammen und warf ihn durch den Raum. Jetzt war seine Liste wieder leer, aber was konnten diese beiden dreisten Terroristen denn schon haben oder tun, das Umbrella von nutzen wäre? Welche Qualitäten dieser Sarlac als Wissenschaftler hatte, konnte er jetzt nicht so genau beurteilen. Vermutlich war dieser Typ ein recht cleveres Kerlchen. Doch der Schlauste war er mit Sicherheit nicht. Sonst würde er längst für Umbrella arbeiten. Es war also höchst unwahrscheinlich, das irgendeine Forschungsarbeit oder Erfindung von ihm es wert wäre, gefordert zu werden. Und die Frau... diese AngelS Wesker...Was könnte man von so einer schon fordern?
    So saß er nun an seinem Schreibtisch und brütete über möglichen „Lösegeldern“, anstatt draußen das Wetter zu genießen. Und je mehr er darüber nachdachte, desto klarer wurde es ihm. Die einzige, sinnvolle Forderung wäre die sofortige Einstellung aller Aktivitäten, die Umbrella auch nur im geringsten Schaden könnten.
    Doch dieses Ziel wäre auch deutlich einfacher zu erreichen gewesen, als mit einer Entführung. Ein Anruf bei der Abteilung für Schadensbegrenzung, die hätten mit Masterkiller7 wohl ihren besten Mann drauf angesetzt und keine 24 Stunden später wäre das Problem erledigt gewesen.
    Doch -wie sagt man so schön- nun war das Kind in den Brunnen gefallen. Er musste sich schnellstmöglich anständige Forderungen überlegen, oder aber einen Weg finden, mit der einzigen sinnvollen Forderung elegant aus der Sache herauszukommen, damit er sich an die Lösung seines nächsten großen Problems machen konnte. Die Übermittlung der Forderungen. Hier oben gab es weder Funk noch Telefon. Und was nützte selbst die dämlichste Forderung, wenn man gezwungen war, sie für sich zu behalten?
    Nun, für dieses Problem gab es wohl nur zwei mögliche Lösungen. Entweder er müsste selbst zurück nach Raccoon City gehen um die Forderungen persönlich zu überbringen, und damit die Geiseln allein zurücklassen... was natürlich mit einem nicht zu unterschätzenden Risiko verbunden war. Die Geiseln könnten es tatsächlich schaffen, auszubrechen. Das war zwar sehr unwahrscheinlich, aber es auszuschließen war doch recht blauäugig. Er wusste schließlich nicht, ob dieses Haustier über irgendwelche Fähigkeiten verfügte, von denen er nichts ahnte. Ein normaler Mensch könnte die Zellentür niemals allein aufbrechen, doch wenn dieses Tier so stark war wie drei oder vier Männer... Er wollte sich da nicht einfach auf die offensichtliche Dummheit dieses Tiers verlassen. Und natürlich war es auch möglich, dass andere Pannen während seiner Abwesenheit unbemerkt blieben. Da musste nur die Heizung ausfallen und die Geiseln würden erfrieren. Zumal bei den heftigen Stürmen hier oben nicht selten irgendetwas kaputt ging. Die wohl einzige Alternative war, dass er einen seiner Angestellten mit den Forderungen losschicken müsste. Doch diejenigen, denen er genügend vertraute, konnte er hier oben nicht entbehren.
    Er runzelte die Stirn und starrte auf den Notizblock vor ihm. Eigentlich sollte das ein klassisches Brainstorming werden, doch bisher stand das Wort „Forderungen“ noch ziemlich allein in der Mitte des Zettels. Es war frustrierend. Dabei war es hier drinnen doch gar nicht sooo warm. Ein paar angenehme Grad unter Null. Wieder schielte er aus dem Fenster. Draußen hatte es bestimmt noch ein paar Grad weniger.
    Doch noch bevor die Versuchung, hinaus zu gehen, zu groß werden konnte, klingelte es an der Tür.
    Langsam erhob er sich und warf sich einen leichten Bademantel über, auch wenn er lieber unbekleidet geblieben wäre, schließlich wurde ihm so schon wieder etwas wärmer, aber so ganz ohne was anzuhaben wollte er die Tür dann doch nicht öffnen. Aber wer klingelte denn überhaupt hier oben bei ihm an der Tür? Und auch noch zu dieser Zeit?
    Der einzige „Besuch“, den er erwartete, war die Lebensmittellieferung aus dem Dorf. Doch die konnte unmöglich schon da sein. Und selbst wenn, dann klingelte da niemand. Die Lieferung wurde immer an der Pforte abgegeben.
    Ein erneutes Klingeln riss ihn aus seiner skeptischen Starre. Schnellen Schrittes durchquerte er den gesamten Wohnbereich um zur Vordertür zu gelangen und bis er dort war, hatte es bereits zwei weitere Male geklingelt. Vor der Tür hielt er kurz inne. Vielleicht hätte er besser ein Gewehr geholt... falls das die Zeugen Jehovas waren.


    Ob seine neuen Wachmänner wohl wirklich inkompetent genug waren, so ein Gesocks einfach durchzulassen? Er war richtig froh, dass er Gitter vor seinen Fenstern hatte, so konnte zumindest niemand einfach so ins Haus klettern. Seine Gedanken waren schon wieder beim Gewehr... als es nun jedoch erneut klingelte, winkte er kurz ab und griff nach dem Türknauf, er war wohl auch so imposant genug. Also setzte er das fieseste, grimmigste Gesicht auf, zu dem er fähig war und riss die Tür auf.
    Bio’ erschreckte sich beinahe zu Tode, als urplötzlich die Tür aufschwang und ein anscheinend äußerst übellauniger devilman ihn böse anfunkelte. „Himmel, devilman... Muss das sein? Willst Du, das ich einen Herzinfarkt kriege?“
    Sofort entspannte sich devilman.
    „Bio’, was machst Du denn hier und seit wann trägst Du diese Augenklappe?“
    Zähneklappernd vor Kälte stand Bio vor der Tür wie ein Häufchen Elend.
    „Ich hab auf dem Weg hierher viel Zug abbekommen, mein Auge eitert fürchterlich.“ Nachdem er darauf von devilman kein Wort des Mitleids erhielt, fuhr Bio’ fort: „T schickt mich mit einer wichtigen Nachricht für dich. Aber willst Du mich nicht reinbitten? Ich erfriere noch...“
    Kurz darauf saß Bio’ in devilmans Arbeitszimmer und fror noch immer. devilman reichte ihm eine Tasse heißen Tee und setzte sich wieder an seinen Schreibtisch. Ein wenig verlegen knüllte er den Zettel mit seinem missglückten Brainstorming zusammen und warf ihn in den Papierkorb.
    „Und welche Nachricht ist so wichtig, dass T dich hier hoch schickt?“
    Bio’ hielt die dampfende Tasse mit beiden Händen dicht vor sein Gesicht, um seine halb erfrorenen Finger und Nase wieder aufzutauen.
    „devilman, Du musst sofort deine Sicherheitsmaßnahmen drastisch erhöhen. Erinnerst Du dich an diese beiden Terroristen?“
    devilman unterbrach ihn „Natürlich erinnere ich mich. Es ist kalt genug hier oben... und ganz nebenbei hab ich noch zwei Geiseln im Keller, die mich immer mal wieder dran erinnern.“, in seiner Stimme schwang ein Anflug von Sarkasmus mit.
    Bio’ stellte die Tasse ab. „Entschuldige... die Macht der Gewohnheit.“
    devilman winkte ab und Bio’ fuhr fort. „..Jedenfalls wollten die beiden wohl nicht auf deine Forderungen warten und sind auf dem Weg zu dir.“
    devilman lachte fröhlich auf und klatschte übermütig in die Hände. „HaHa! Bio’, altes Haus, eine bessere Nachricht hättest Du mir nicht überbringen können!“ Doch Bio’ sah in nur verdutzt und sprachlos an, woraus devilman folgerte, dass wohl eine Erläuterung fällig war: „Verstehst Du denn nicht? So muss ich keinen Gedanken mehr an Forderungen verschwenden... oder wie ich eben diese übermitteln soll. Ich kann mich einfach zurücklehnen und warten, bis die beiden freiwillig zu mir und damit in ihren sicheren Tod laufen.“
    Bio’ schüttelte langsam den Kopf. „Unterschätzt Du die zwei da nicht etwas? Der umb dachte sicher auch, er würde spielend mit den beiden fertig.“
    Doch das konnte nicht das triumphierende Grinsen aus devilmans Gesicht wischen. „Ach Bio’... wir wissen doch alle, das der umb zwar gut in seinem Job war... aber eine kritische Selbsteinschätzung lag ihm fern. Und wir wissen auch, das ICH meine Grenzen sehr gut kenne. Unten in der Stadt, in dieser unerträglichen Hitze... da könnten diese Terroristen mich an der Nase herumführen. Aber hier oben habe eindeutig ICH die Hosen an.“
    Bio’ blickte skeptisch an devilmans Körper herab, doch der schüttelte nur resignierend den Kopf. „Vergiss es.“
    Bio schlürfte an seinem Tee.
    „Also ich denke, Du solltest die Sicherheitsmaßnahmen trotzdem hochfahren.. Wenn man bedenkt, wie leicht ich hier hereingekommen bin. Dein Wachpersonal hat mich ja einfach das Tor passieren lassen. Ich musste mich nicht mal ausweisen.“
    devilman lehnte sich vor und schenkte Bio’ aus einer Thermoskanne Tee nach. „Ja, Du musst aber auch bedenken, das mein gesamtes Personal auch schon unten in der Zentrale gearbeitet hat, größtenteils sogar dort ausgebildet wurde. Die haben dich natürlich erkannt. Und welcher Anlass sollte bestehen, ein Vorstandsmitglied nicht reinzulassen?“
    Bio’ wollte gerade den Mund öffnen um zu antworten, doch devilman unterbrach ihn. „Keine Sorge. Das Wachpersonal an der Pforte sieht vielleicht etwas unterbelichtet aus, aber die haben schon einiges auf dem Kasten. Fremde würden die auf gar keinen Fall so einfach durchlassen.“
    Bio verschränkte die Arme vor der Brust. „Es wäre mir trotzdem wohler, wenn Du noch ein paar besondere Vorsichtsmaßnahmen triffst.“
    „Ach Bio’..., selbst wenn Sarlac und AngelS an den Wachleuten vorbeikommen... das ganze Gelände ist mit Fallen gespickt. Lediglich der Weg von der Pforte zur Haustür des Wohnbereichs ist, wenn Du es so nennen willst, ungesichert. Und welcher Eindringling marschiert schon auf dem direkten Weg, wo ihn jeder sehen kann? Die werden vermutlich nicht mal bis zum Hauptgebäude kommen.“
    „Ich finde, Du solltest diese beiden nicht unterschätzen. Auch wenn Du dir sicher bist. In der Stadt unten sind die zwei immerhin auch so ziemlich auf dem direkten Weg hereinspaziert. Tu lieber was immer Du kannst, um dich abzusichern. Wir können uns nicht noch einen Verlust wie den umb leisten.“
    devilman seufzte laut und stand auf. „Also gut. Weil Du es bist werde ich mich gleich hiernach dran machen, die Klingel auszubauen und den Türklopfer anzubringen.“
    Bio’ sah devilman an wie ein Fragezeichen, ob devilman in der Kälte wohl wirklich besser denken konnte?
    Und als hätte er seinen Gedankengang gelesen, kratzte sich devilman etwas eingebildet am Kinn und meinte mit einem leicht arroganten Ton: „Außerdem könnte ich noch eine Maßnahme ergreifen, wenn dir dann wohler ist“
    Er ging um seinen Schreibtisch herum, bückte sich und mit einem Ruck zog er einen schweren Perserteppich beiseite. In den blankpolierten Holzfußboden darunter war ein großer, mit merkwürdigen Symbolen verzierter Kreis eingebrannt.
    Verwirrt und angespannt beobachtete Bio’ wie devilman sich in den Kreis stellt und begann in einer merkwürdigen Sprache zu sprechen. „Shaggai, humuk dho-hna, g'yllgnai ygg yr nhhhngr Shoggoth, hrr yll'ngnngr Nyarllathotep. Gh'll mhhg-gthaa tekeli-li y'golonac rrrthnaa. H’rrnai Cthulhu. H’rrnai Cthulhu nnh’gtep...“
    Als devilman kurze Zeit später wieder aus dem Kreis heraustrat, bemerkte er Bio’s verstörten Blick.
    „So, jetzt werden sie vermutlich sogar schon von den Dorfbewohnern aufgehalten.“
    „Weil Du in einem komischen Kreis stehst und irgendwas komisches vor dich hin brabbelst, werden die Dorfbewohner sie aufhalten?“ Er zog skeptisch eine Augenbraue hoch.
    devilman grinste diabolisch. „Vertrau mir, Bio’. Diese Bauern werden jetzt sehr viel aggressiver sein.“
    Bio’ entgegnete zwar nichts, blickte allerdings auch nicht überzeugter aus der Wäsche.
    devilman ging Richtung Tür und winkte seinen Kollegen zu sich. „Komm. Ich lasse dir erst mal ein heißes Bad ein. Und während Du da drin schwitzt, baue ich den Türklopfer an und mache es mir danach draußen in meiner Hängematte gemütlich.“

  • Sarlac und AngelS Wesker in den Bergen des Wahnsinns


    Von AngelS Wesker und Sarlac


    Kapitel 61: Der Drang des mYchL Teil 1 von 2


    Taka und Reon gingen nun schon eine ganze Weile durch die Stadt und Takas Plan funktionierte. Er hatte sich die Adresse von G-Sam gemerkt und ging nun zielstrebig auf das Haus zu, nur Reon durfte davon nichts merken, denn von solchen Ermittlungsmethoden hielt er ja nichts. Aber sein Vorgesetzter machte es ihm diesbezüglich relativ leicht, weil er im 5-Minuten-Takt in das nächstgelegene Gebüsch verschwand um dem Drang des mYchL-Zäpfchens nachzugeben. Taka hatte langsam das Gefühl, er würde sich in einer ekelerregenden Version von Hänsel und Gretel befinden, nur dass sich wohl kaum ein Vogel finden würde, der diese Brotkrumen freiwillig fraß... aber andererseits war er auch froh, dass sie nicht sein Auto genommen hatten, der Impreza hatte heute nun wirklich schon genug mitgemacht. Da musste Taka nicht auch noch riskieren, dass Reon mal zu spät bemerkte, wann es Zeit wurde ins Gebüsch zu verschwinden… Agent Kenedi sah nicht gut aus und die Polster waren so schwer zu reinigen…
    „Sag mal, Chef willst Du nicht lieber nach Hause gehen? Oder in ein Krankenhaus? Du wirst schon ganz bleich.“
    „Nein, Taka, Du artes Waschweib!“ entgegnete Reon trotzig, obwohl es ihm schon schwer fiel geradeaus zu gehen. „Wenn man im Einsatz ist, dann verarztet man sich serbst. Ins Krankenhaus gehen ist schummern.“
    „Na meinetwegen, Chef... Was macht eigentlich dein Finger? Hat das Zäpfchen bei der Wunde geholfen?“ Taka bemühte sich so wenig Sarkasmus wie möglich in seiner Stimme zu haben.
    „Ich weiß nicht so genau, er ist zumindest etwas komisch rot und beginnt zu eitern. Gehört so was zum Heirungprozess?“
    Taka sah Reon nur fassungslos an: „Nein Chef, so was gehört nicht zum Heilungsprozess, zeig mal den Finger her.“
    Agent Ryôsuke griff die Hand seines Vorgesetzten und näherte sich mit dem Kopf an den eiternden Finger, aber als ihm der Geruch in die Nase stieg, zog er das Gesicht angewidert zurück.
    „Ja, entschurdige, Taka, so ist das eben im Einsatz, ich kann mir schrießrich nicht die Hände waschen nachdem ich in den Büschen war. Und die Rorre Kropapier, die ich mitgenommen hatte ist inzwischen auch arre. Ich benutz schon die ganze Zeit meine schönen Kräuter zum abwischen.“
    „Ja, fein Chef, aber bei dir riecht es dann eben auch nicht nach Rosen, egal wie sehr Du dir das wünscht.“
    Reon sah ihn etwas pikiert an, doch Taka war es egal: „Und ganz gleich wie sehr Du dir was anderes wünscht, der Finger ist entzündet, vermutlich ist...na sagen wir mal „Dreck“ in die Wunde gekommen. Du solltest damit wirklich ins Krankenhaus, Chef, bevor es zu spät ist und die dir den Finger abhacken..“
    „Papperrapapp, da passiert nichts, ich kenn das schon und außerdem ist es vier wichtiger, dass ich hier bei dir breibe und aufpasse, dass Du was rernst. Ohne mich würdest Du doch wieder nur den Indizien forgen oder so ein Brödsinn, aber ein wirkricher Agent muss auf seine Nase hören und dem Gestank des Verbrechens forgen.“
    „Chef, wenn ich dem Gestank folgen würde, würden wir rückwärts gehen.“
    „Krugscheißer.“, meinte Reon gekrängt und rannte erneut auf ein Gebüsch zu.


    16 Stunden zuvor:
    Zum einhundertsiebenundneunzigsten Mal rutschte der Schlüssel nun aus Banders glitschigen Händen, doch er wollte nicht aufgeben, irgendwann musste es ja klappen.
    „Willst Du nicht endlich aufgeben? Das wird niemals klappen.“
    Das Auge war offensichtlich genervt von ihm.
    „Das klappt schon noch“ dachte Bander S. Natch, der Bandersnatch und probierte weiter.
    „Willst Du dich nicht wenigstens mal im Raum umsehen, ob Du was anderes findest? Versuchs doch einfach.“
    „Das klappt schon noch.“ dachte Bander erneut zurück, während ihm der Schlüssel wieder einmal aus der Hand rutschte.
    „Ach mach doch was Du willst, es ist spät und ich geh ins Bett.“ sagte das Auge und verschwand mit einem leisen „Was bringt mir diese ganze Telepathie mit T-Virus-Geschöpfen, wenn ich ihnen nicht mal befehlen kann sich umzugucken?“
    Was hatte das Auge grade gesagt? Bander konzentrierte sich immer noch auf den Schlüssel... „befehlen sich umzugucken“ War er gemeint? Befehle gehorchen, das kannte er noch aus dem Militär. Sofort schoss ihm das Bild seines früheren Ausbilders Gunnery Sgt. Hartman in den Kopf, der ihn anschrie und Befehle erteilte.


    „Sie werden sich sofort im Raum umsehen, Private Natch, Sie dreckige kleine Made“
    „Sir, jawohl, Sir!“ dachte Bander so laut er konnte und begann damit den Raum aufmerksam mit den Augen zu erkunden. Er musste etwas finden, sonst wurde Sgt. Hartman nur wütend und das war gar nicht lustig, denn dann würde er die ganze Zeit schreien und brüllen und diese gemeinen Sachen sagen, wie das mit dem Golfball durch den Gartenschlauch saugen... und das wollte Bander nicht noch mal machen, 14 mal in der Grundausbildung war nun wirklich genug... Das Wesen, das früher mal Leutnant Natch gewesen war, sah sich nun schon regelrecht panisch um und nach kurzer Zeit fiel sein Blick auf den großen Tank, in dem sich die schlafende Kreatur befand. Er hatte sich schon einmal bemüht, das Schild zu lesen und es war ihm nicht gelungen... vielleicht war es ja ein Hinweiß darauf, wie er aus dem Käfig kommen konnte... Bander bemühte sich so gut es nur ging, doch es wollte einfach nicht gelingen. Aber irgendwie erinnerten ihn die Worte an etwas? Nur an was? Er machte ein mentales Bild, der komischen Zeichen, die immer noch keinen Sinn für ihn ergaben „Umbrella Project T001“, das erste Wort davon sah er täglich, das stand an dem Gebäude in dem früher ganz oft war... Aber das half nichts und der Rest... das ergab keinen Sinn... Er blickte auf die anderen Worte: „SHAKE & WAKE“, „SHAKE & WAKE“ woran erinnerte ihn das? „SHAKE“ „WAKE“... Er erforschte seine Erinnerungen und plötzlich schoss ihm etwas in den Kopf, das fast genauso aussah, also die komischen Buchstaben darauf, das hatte er früher immer gerne gegessen!


    Bander war sich zwar nicht sicher, ob er wirklich diese Sorte damals gegessen hatte, aber es sah einfach lecker aus... das bedeutete, was auch immer da an der Wand hing, war...Essen... vermutlich mit Gehirnen...mmmmm.... Gehirne, Bander streckte sich sehnsüchtig nach dem Griff unter dem Schild und rüttelte und zerrte dran, irgendwie musste das Essen da doch rauskommen....
    Bander war so sehr mit Rütteln beschäftigt, dass er gar nicht beachtete, wie sich die Kreatur im Tank langsam rührte und ihm mit den Händen Zeichen gab. Als er merkte, dass Bander ihn nicht beachtete schlug Umbrella Project T001 auf die Scheibe ein, die mit einem lauten Knacken zersprang. Das Wasser schoss in einem hohen Bogen aus dem Tank und lief in das kleine Abwassersiel, dass sich vermutlich für genau so einen Fall auf dem Boden befand.
    Bander staunte nicht schlecht, als der Gigant aus dem Tank sprang und mit einem lauten Knirschen von Glas auf den Boden sprang:
    „Au! Jetzt hab ich einen Splitter im Fuß. Da hätten wir mal dran denken müssen als wir den Tank gebaut haben.“
    Bander sah ihn nur schweigend an und fragte sich, warum grade dieses komische Wesen noch sprechen konnte und er nicht, sowas war gemein.
    „Mag ja sein, dass das gemein ist, aber Du hättest mich auch sanfter wecken können, jedes Rütteln hat mir ’nen Stromschlag versetzt.“ Umbrella Project zog sich einen Splitter aus dem Fuß.
    Bander war ganz überrascht, hatte er das eben doch laut gesagt, konnte er doch sprechen?
    „Nein, Du kannst nicht sprechen, aber Du denkst ja laut genug.“
    Bander fragte sich, ob dieses Wesen wohl so wie der Meister war, das große Auge, oder war es gar der Meister?
    „Nein, ich bin nicht das Auge, das Ding hatte mich gestern auch genervt.“
    Bander schwirrten wieder tausend Fragen im Kopf rum: Wer das Wesen war, warum er seine Gedanken lesen konnte, ob er ihn wohl aus dem Käfig befreien würde und ob sie dann zum Meister gehen würden und...
    „Ach jetzt hör doch mal auf mich mit Fragen zu bombardieren, ich bin grade erst aufgestanden.“ T001 griff nach einem Regenmantel, der ihm ca. 15 Nummern zu klein war. Frustriert schwang er sich das Kleidungsstück um die Hüfte und knotete die Ärmel am Rücken zusammen, damit zumindest seine Blöße bedeckt war.
    „So, na dann wollen wir dich da mal rausholen.“ Sagte Umbrelle Project und griff nach dem Schlüssel, doch die langen Krallen seiner Hand waren schärfer als er dachte... Bander staunte nicht schlecht, als der Schlüssel in der Mitte halbiert wurde.
    „Oh, ups.“
    Na toll, wie sollte Bander denn jetzt rauskommen? Wie konnte er nun den Befehlen gehorchen? Wie konnte er dem Meister und Sgt. Hartman dienen?“
    „Ach, jetzt sei doch mal ruhig.“ T001 griff die Stangen des Käfigs und verbog sie so leicht, als wären es Lakritzstangen. „So, jetzt kannst Du raus.“
    Bander konnte es nicht glauben, er war frei! Frei! Frei, frei, frei, frei, frei, frei! Frei, frei, frei! FREEEIIII!
    Umbrella Projekt hielt sich den Kopf: „Ach hör doch nur einmal auf, so laut zu denken.“
    „Aber ich bin doch frei, frei, frei, frei, frei!“ dachte Bander.
    T001 konnte soviel Lärm am Morgen einfach nicht ertragen: „Private Natch hören Sie sofort auf zu denken!“
    „Sir, Jawohl, Sir!“ dachte Bander nur und dann hörte Umbrella Project T001 endlich keine lauten Gedanken mehr... Herrlich.
    „Ach, wenn Du so schön ruhig bist, ist das gleich viel angenehmer, komm lass uns gehen.“, T001 ging zur Labortür, die immer noch offen stand.
    „Ach ihr geht schon, wie langweilig.“ Hörte Umbrella Project plötzlich aus der Ecke des Raumes. Er drehte sich um und sein Blick fiel auf einen Skorpion, der in der einem Käfig saß und die beiden elanlos ansah. Umbrella Project erinnerte sich, dass er den Skorpion schon einmal denken gehört hatte, als das Auge mit ihnen redete, aber seitdem war der Arachnid still gewesen... naja, vermutlich hatte er geschlafen oder so, denn es war wohl sehr unwahrscheinlich, dass eine Kreatur, egal welcher Art einfach nur stundenlang nicht denken würde.
    „Oh hey, sollen wir dich auch aus deinem Käfig holen, Skorpion?“ Noch bevor eine Antwort kommen konnte, nutzte Umbrella Project seine rasiermesserscharfen Krallen und schnitt die Gitterstäbe durch.
    „sKorpion, wenn ich bitten darf! Und nein danke, frei sein ist irgendwie langweilig.“, dachte der Skorpion.
    Umbrella Project war froh, dass er offensichtlich der einzige war, der die Gedanken verstehen konnte, denn sonst hätte Bandersnatch sicherlich schon längst wieder mit einer „Frei, frei, frei!“-Arie angefangen.
    „Na gut, wenn Du meinst, aber hier vorne ist zumindest neues Futter für dich, falls dir langweilig wird.“ Umbrella Project stubste Lies! Leichnam mit dem Fuß an und ging ohne sich umzudrehen aus der Tür, „Na komm Bander, gehen wir los, ich muss mir erst mal eine Toilette suchen und dann geht es raus in die Stadt!“
    Bandersnatch, folgte ihm mit einem gedachten „Sir, Jawohl, Sir!“ aus dem Raum und schloss sogar artig die Tür hinter sich.
    Da ihm sowieso schon langweilig war, machte sich sKorpion gemächlich auf den Weg zu der Leiche und begann an ihr zu knabbern, aber spannend war das noch lange nicht.


    So langsam fragte sich Taka, ob die Büsche in Racccon City wohl häufig so gut gedüngt wurden wie heute, auch wenn er die Befürchtung hatte, dass mehr als eine Pflanze durch „Überdünung“ eingehen könnte. Aber das sollte ihm jetzt egal sein, er war so dicht davor endlich am Haus von G-Sam anzukommen, genauer gesagt war es sogar schon in seinem Blickfeld. Und grade als sich Taka überlegte, wie er Reon wohl erklären konnte, weshalb die beiden denn genau zu diesem Haus mussten, kam dieser auch schon wieder aus dem Busch.
    „So, es kann weitergehen, Taka.“
    „Okay Chef, ich hab so ein Gefühl, als wären wir schon ganz in der Nähe des Unheils.“
    „Aha, wie kommst Du darauf?“
    „Ach… äh… das sagt mir meine Intuition so, ich finde das Haus da vorne, dass sieht einfach unheilvoll aus.“
    „Aha… Du bist jetzt wohr so eine Art Mentarist, was?“
    „Naja, Chef, dass muss ich doch quasi sein, wenn es nach dir geht, oder?“
    „Nein, Taka, Mentarismus ist Brödsinn!“
    „Aha und warum ist Mentalismus jetzt Blödsinn, Chef?“
    „Weir Mentaristen noch richtig ermittern, Taka, aber ars wirkricher Agent macht man so was nicht, man geht nur so drauf ros, ohne Hinweise oder irgendetwas und die Bösen springen einfach aus dem Busch und greifen einen an, weir die eben böse sind.“
    „Aha, einfach so, weil sie böse sind, was? `Kein Motiv oder so?“
    „Das Motiv ist immer Wertherrschaft, Taka, das sorrtest Du doch inzwischen wissen.“
    „Klar, Chef, ich versteh schon, aber Du meintest doch, ich sollte meiner Nase folgen.“
    „Naja, aber nur weir eben noch kein Monster aus dem Busch gesprungen ist, wenn man seiner Nase forgt, passiert das schon früher oder später.“
    So langsam begann Taka zu verzweifeln, offensichtlich konnte Reon seine Methode selbst nicht erklären, scheinbar war es nicht mehr als zufällig von einer Situation in die nächste zu stolpern. Aber so was konnte man wohl nicht wirklich als Polizeiarbeit durchgehen lassen, oder? Umso schlimmer, dass sein Vorgesetzter die ganze Zeit darauf behaarte, das Taka genauso vorgehen sollte...
    Aber so schnell gab Taka nicht auf, je näher die beiden dem Haus kämen, desto besser:
    „Na guck mal, Chef, vor dem Haus dort ist doch ein Busch, lass uns erst mal hingehen und nachsehen, ob nicht zufällig ein Monsterchen rausgehüpft kommt.“
    Taka wusste selbst, dass diese Idee Blödsinn war, aber vielleicht konnte er ja was Verdächtiges durch die Fenster sehen oder so, denn gegen handfeste Beweise würde sich Reon wohl nicht sträuben können….oder etwa doch? Taka konnte Agent Kennedi nicht mehr so gut einschätzen. Aber fürs erste ging Reon auf den Vorschlag ein:
    „Ah, eine gute Idee, Taka! Dann geh ich mar greich zu dem Busch und wenn da nichts drin rauert, kann ich zumindest etwas drin rassen.“
    „Ja, Chef!“ seufzte Taka und verdrehte die Augen. Während Reon langsam auf das Gebüsch zuging, schlich Taka vorsichtig zum Haus um in die Fenster zu gucken, denn ehrlich gesagt war es schon sehr unwahrscheinlich, dass wirklich ein Monster aus dem Busch gesprungen kam.
    Taka versuchte grade trotz des Gegenlichtes etwas hinter der Scheibe zu erkennen, als Reon plötzlich einen markerschütternden Schrei ausstieß:
    „Heiriger Rutschepimmer!“
    Taka drehte sich um und sah wie Reon mit heruntergelassener Hose mit einem großen Ungetüm rang. Ein Monster? Wirklich? Woher konnte das nur kommen? Taka starrte noch ganz ungläubig auf das Wesen, das Reon grade würgte und seinen Kopf mehrfach auf den Boden schlug. Er konnte es gar nicht fassen: Ein Monster war tatsächlich drauf und dran Reon direkt vor G-Sams Haus umzubringen - Was für ein Glück!

  • Sarlac und AngelS Wesker in den Bergen des Wahnsinns


    Von AngelS Wesker und Sarlac


    Kapitel 61: Der Drang des mYchL Teil 2 von 2


    6 Stunden zuvor:
    „UND DU MEINST WIRKLICH, DASS DA WAS DRAN IST, CHRIS?“
    „Bitte etwas leiser, Barry und natürlich meine ich, dass da was dran ist! Du etwa nicht?“
    „Naja, ich meine ja nur „Monster auf dem Marktplatz“ klingt irgendwie mehr nach einem Telefonstreich als nach einem Hilferuf... aber ich will nicht meckern, ist ganz gut, wenn ich Richard noch ein wenig aus dem Weg gehe.“
    „Wieso willst Du ihm denn aus dem Weg gehen?“
    „Na, Du weißt doch, dass ich mir sein Dirtbike ausgeliehen hatte und das hab ich gestern Nacht bei meinem Abstieg vom Berg einfach nicht mehr wiedergefunden, keine Ahnung, wo das rumsteht. Die Bäume sehen ja alle gleich aus und es war schon so spät und auch dunkel. Ich hab mich dann von Enrico aus dem Wald abholen lassen, nachdem Jill nicht ans Telefon gegangen war.“
    „Ach, der soll sich nicht so haben, ist ja schon beeindruckend, dass Du den Abstieg so schnell geschafft hast, Barry, Du bist schließlich nicht mehr der Jüngste oder der Sportlichste.“
    BARRY BURTON sah Chris mit einem abwertenden Blick an: „Ja, danke, den Berg runterkugeln geht auch bei mir noch schnell.“
    „Ach, so mein ich das doch nicht.“ Chris Redfield legte ihm entschuldigend die Hand auf die Schulter.
    „Kann ja nicht jeder so ein Fitnessfanatiker sein wie Du und jeden Tag in die Muckibude gehen.“
    „Stimmt schon, Barry, ich meinte das doch auch nicht so, ich mach das nur für mich... und den Mädels gefällt das natürlich.“ Chris grinste breit und dämlich. „Hast Du gesehen, wie mich Jill inzwischen anguckt?“
    „Ich glaub nicht, dass dich Jill SO ansieht.... und außerdem hat sie doch jetzt wieder einen Freund oder so ähnlich.“ Barry wirkte über diese Tatsache auch nicht sehr erfreut.
    „Ja, ich weiß, aber ich ignoriere das jetzt einfach, vielleicht passiert ja trotzdem was.“
    „Hinter einer vergebenen Frau hinterher zu sein ist unmoralisch, Chris!“
    „Ach, bin ich etwa derjenige, der Jill jede Woche fragt, ob sie nicht Lust hätte mit mir ein Sandwich zu machen? Ich meine, Lust hätte ich auf sowas zwar auch, aber ich frag doch nicht danach.“
    „Was ist denn so schlimm daran? Okay, das ist schon irgendwie peinlich, ich hab zwar mein eigenes Restaurant, und koche ganz viele Gerichte, aber so ein Jill-Sandwich krieg ich einfach nicht hin...“ plötzlich schlug sich Barry mit der Hand an den Kopf „DAS hab ich vergessen, die ganze Zeit durch frag ich mich, was ich vergessen hab... Verdammt!“
    „Was hast Du vergessen?“
    „Ach, mir hatte dieser eine Wissenschaftler vor ein paar Tagen ein Jill-Sandwich gegeben, das war zwar nicht genauso, wie das von Jill, aber hat ziemlich ähnlich geschmeckt und als ich ihn vorgestern auf dem Berg wiedergetroffen hab, hab ich total vergessen ihn nach dem Rezept zu fragen.“ Barry verbarg sein Gesicht in den Händen und seufzte.
    Chris sah ihn nur an und meinte: „Soll das heißen, das Jill-Sandwich ist wirklich was zum essen?“
    „Na klar, was denn sonst?“
    „Äh nichts, nichts, vergiss es...“ Plötzlich sah Chris die vielen Abende an denen Barry sich darüber beschwerte, dass Jill schon wieder kein Sandwich mit ihm machen wollte in einem anderen Licht. Und auch Barrys Aussagen gegenüber Jill waren nicht halb so schlimm wie er dachte. Er fragte sich, ob Jill selbst wohl wusste, wie er das meinte, oder ob es ihr wie eine Belästigung vorkam als Barry letzte Woche „Na gut, dann versuch ich eben wieder es mir selber zu machen und denk dabei an dich!“ quer durch das RPD gerufen hatte.
    Aber das ignorierte er für den Moment, denn schließlich waren die beiden inzwischen auf dem Marktplatz angekommen und nach der Menge der flüchtenden Menschen zu urteilen, war hier wirklich etwas los. Und tatsächlich, ein großes Ungetüm stand in der Mitte des Marktes und rief laut: „Ich will aber nicht!“
    Barry und Chris näherten sich vorsichtig, Chris zog seine Waffe und rief nur
    „Hände hoch, R.P.D.“
    Das Monster drehte sich um und erhob die Hände: „Oh, guten Tag, mein Name ist....“ ihm viel auf, dass er seinen wirklichen Namen im Laufe der Jahre vergessen hatte und sagte einfach nur: „...T001 und ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor.“
    „Das will ich hoffen, wir haben einen Anruf erhalten, wegen Ruhestörung auf dem Marktplatz.“
    „Ja, tut mir leid, dieses blöde Auge will einfach keine Ruhe geben.“
    „Auge?“
    „Ja, geben Sie mir doch noch kurz eine Minute, ja...“ T001 starrte merkwürdig ins Leere und sprach mit der Luft: „Ich hab dir gesagt, ich war 5 Jahre lang in diesem blöden Tank eingesperrt, da hab ich keine Lust jetzt das zu tun was Du willst, ich genieß lieber meine Freiheit. Reicht es dir nicht, das Bander gleich losgehüpft ist um sich bei dir im Gebüsch auf die Lauer zu legen?...Nein, ich hab keine Lust mich dazu zu gesellen, ich lieg nicht gerne mit anderen Männern im Busch! Außerdem ist hier inzwischen die Polizei angekommen, also wenn Du immer noch willst, dass ich rumkomme, bring ich die Polizei mit....Da haut der Kerl einfach ab, ganz schön unhöflich, oder?“ Mit den letzten Worten sah T001 wieder Chris und Barry an.
    „Ja, unhöflich...“ Chris verdrehte die Augen und sah Barry an „..Was meinst Du, sollen wir ihm eine schöne weiche Zelle mit gepolsterten Wänden suchen?“
    „Na, ich weiß nicht, Chris, als ich auf dem Berg war hab ich auch wieder wirres Zeug geträumt, deshalb bin ich ja auch nicht gleich verrückt, vielleicht sollten wir ihn beobachten oder so.“
    „Oder vielleicht reden wir mal nicht so, als stünde er nicht direkt neben uns.“, meinte Umbrella Project.
    „Oh, Entschuldigung.“ Barry war es tatsächlich etwas unangenehm.
    T001 wandte sich den beiden zu: „Meine Herren, ich versichere ihnen, dass es für mein Verhalten hier eine vollkommen logische Erklärung gibt, sogar für meine merkwürdige Kleidung.“ Umbrella Project zeigte an sich herunter und auf seinen Lendenschurz. „Sie müssen mich wirklich nicht verhaften, ich habe nur einen etwas schlechteren Morgen und müsste mir neue Kleidung kaufen, nur ohne Geld ist das schwerer.“
    Barry drehte sich zu ihm hin: „Weißt Du, wie der Zufall es will, haben wir im RPD noch einen Job für einen Hausmeister frei, wäre das nicht genau das richtige für dich?“
    Chris drückte die Hand gegen Barrys Schulter: „Warum schleppst Du uns immer diese komischen Hausmeister an? Erst Bob und jetzt den hier?“
    „Lass mich doch, hat Bob etwa schlechte Arbeit geleistet?“
    „Nein.“ erwiderte Chris kleinlaut.
    „Siehst Du? Also T001 wie wär’s damit?“
    „Ja klar gerne!“
    „Gut, Hausmeisterkleidung müsste sogar noch im RPD in deiner Größe rumliegen.“
    Chris wirkte nicht glücklich aber mit einem Seufzen sagte er: „Na dann können wir ja zurück zum R.P.D.“ Er drehte sich um und wäre fast mit einer jungen Frau zusammengestoßen, Chris reagierte blitzschnell und hielt sie mit seinen starken muskulösen Armen fest, damit sie nicht umfiel. „Oh, kennen wir uns nicht?“
    Das Mädchen blickte ihm ins Gesicht und errötete.
    Chris ließ sie los und sah sie an: „Ja klar, gestern, bei dem schrecklichen Unfall, von der Frau im roten Kleid... chikabambse... oder? So ein Zufall, dass wir uns jetzt schon wieder treffen.“
    „Ja...Zufall...“ kicherte chikabambse verlegen.
    „Naja, ich hoffe Du hast das mit dem fürchterlichen Unfall gestern gut überstanden, Du wirkst noch etwas verstört.“
    Verstört war sie vielleicht, aber eher, weil sie so stümperhaft in ihn gerannt war, dabei wollte sie doch nur an ihm vorbei um ihm auch auf dem Rückweg zum R.P.D. noch folgen zu können. chikabambse wusste einfach nicht, was sie sagen sollte und in der Nähe diese göttlichen Adonis brachte sie ohnehin schon kaum ein sinnvolles Wort heraus.
    „Wenn Du sonst jemanden zum Reden brauchst, hier ist meine Nummer, in einem Notfall bin ich immer für dich da.“
    chickabamse konnte es nicht glaube, die letzten Tage waren einfach nur toll gewesen. Mit einem stummen Grinsen, das, wie sie später vermutete, bestimmt reichlich dämlich gewirkt haben musste, verabschiedete sie sich. Während sie wartete, dass sie der Gruppe wieder folgen konnte holte sie sich eine neue Packung Schokolade aus der Tasche und begann sie zu öffnen. Aus sicherem Abstand folgte sie den drei Leuten und bemühte sich so stark wie möglich auf Chris Hintern zu achten, vor allem weil der blanke Hintern dieses gigantischen Monsters nur von ein paar verknoteten Jackenärmeln verdeckt wurde. Aber der Rückweg war immer das Beste, denn dann bückte sich Chris alle paar hundert Meter um Müll aufzuheben.
    „Weißt Du Barry, jedes Mal, wenn ich am Wochenende zum R.P.D. zurückgehe liegen überall diese Schokoladenpapiere rum, ich frag mich wie das kommt....“

    Taka musste jetzt einschreiten, sonst würde dieses komische Ungetüm seinen Chef noch erledigen. Er griff zu seiner Dienstwaffe, doch die schlug ihm Bandersnatch sofort aus der Hand, obwohl er eigentlich gar nicht nahe genug dran gewesen war, als dass ihn der Arm hätte erreichen können. Reon war nicht einmal dazu gekommen, seine Waffe zu ziehen, schließlich hatte ihn das Monster mit heruntergelassener Hose erwischt und Reons Hände fuchtelten somit an ganz anderen Stellen herum, wodurch Bander ihm ein paar saftige Schläge ins Gesicht verpassen konnte. Reon Nase war gebrochen und Blut lief ihm über das Gesicht, während er weiterhin versuchte sich die Hose hochzuziehen. Auch seine sonst so schnellen Reflexe waren durch die ständigen Darmkontraktionen nicht auf Reons Seite, wodurch er einfach nicht schnell genug war um zu verhindern, dass Bander seinen Kopf wieder und wieder auf den Boden schlug, während er ihn würgte.
    Taka musste seinem Chef helfen und rannte auf die Kreatur los, doch mitten im Lauf schoss ihm eine Hand entgegen, die ihn am Genick packte und in die Luft riss. Taka fuchtelte wie wild in der Luft rum und schlug gegen den langen Arm des Monsters, aber es reagierte nicht, es war als würde er auf einen Autoreifen einprügeln. Takas Blick wurde langsam verschwommen, als er nach seinem Messer Griff und es in den Arm der Kreatur rammte. Er fiel zu Boden und schnappte nach Luft, während sich Bander aufrichtete und das Messer als seinem Arm zog. Reon lag regungslos am Boden, Taka musste zu ihm und ihm helfen, er sprintete wieder los, als er merkte wie sich die Schulter der Bestie bewegte. Blitzschnell schmiss er sich auf den Boden und das Messer sauste über seinen Kopf hinweg. Bander schnaubte verächtlich und seine Arme schossen Agent Ryôsuke entgegen, Taka rollte sich über den Boden und entging beiden knapp. Als er sich bemühte wieder auf die Beine zu kommen, schoss erneut ein Arm auf ihn zu, Taka sprang und entkam in letzter Sekunde, Reon wäre so stolz auf ihn dachte er, doch dann packte ihn der zweite Arm in der Luft und schlug ihn hart gegen einen Baum.
    Die langen glitschigen Finger schlängelten sich um Taka und den Baumstamm. Agent Ryôsuke wurde panisch, er hatte keine Ahnung, wie er ohne Hilfe aus diesem Griff wieder herauskommen sollte. Die Hand begann langsam ihn so stark gegen den Baum zu quetschen dass ihm die Luft wegblieb, doch in diesem Moment regte sich Reon auf dem Boden und röchelte. Der Bandersnatch bemerkte es und trat mit dem Fuß auf ihn. Dann packte er Reons Kopf mit der noch freien rechten Hand und begann an ihm zu ziehen.
    Taka rechnete damit, dass er Reons Genick jeden Moment brechen hören würde, während ihm schwarz vor Augen wurde.
    Doch plötzlich ließ ihn die Hand los und Agent Ryôsuke stürzte auf den Boden.


    Zunächst war alles noch verschwommen, Taka konnte nur die Konturen des Monsters ausmachen, das auf dem Boden lag. Was war mit Reon geschehen? Er bemühte sich auf die Beine zu kommen, alles drehte sich noch, doch während er auf das Monster lostaumelte, sah er, dass Agent Kenedi noch hinter dem regungslosen Bandersnatch lag.
    „Chef, Chef bist Du in Ordnung?“
    Reon drehte den Kopf in Takas Richtung: „Ja.“ seine Stimme klang extrem rauchig und röchelnd. „Aber ich graube, ich hab Visionen, ich sehe schon überarr nur noch Verdächtige.“ Eine kleine Handbewegung zeigte zu Takas linken und er drehte sich um.
    Reon halluzinierte nicht, denn dort stand G-Sam.
    Taka schwankte immer noch leicht: „Dr. Samulandingbumsda Sie sind verhaftet.“
    „Ach, bin ich? Sie haben aber eine merkwürdige Art jemandem zu danken, der ihnen beiden grade das Leben gerettet hat.“ G-Sam hielt demonstrativ eine kleine Spritze in die Luft.
    „Was? Sie haben die Bestie zu Fall gebracht?“ Taka war beeindruckt.
    „Na klar, 1000 mg Natrium-Pentobarbital direkt in die Halsschlagader.“
    „Ach, mit dem Vieh wären wir auch serber fertig geworden.“, keuchte Reon.
    G-Sam blickte mit einem überlegenen Lächeln auf die beiden Agent: „Sicherlich, sicherlich und darf ich fragen, weshalb Sie mich verhaften wollen?“
    „Sie werden gesucht wegen des Mordes an Christian Jung.“, antwortete Taka knapp.
    „Oh, da haben Sie aber den Falschen, ich bin unschuldig. Aber ich werde natürlich mit ihnen kommen und ihre Fragen beantworten.“ G-Sam wirkte erschreckend ruhig.
    „Äh.. okay.“ Taka war verwirrt, war G-Sam nicht gestern noch geflüchtet, warum ergab er sich jetzt und wollte mit ihnen Kooperieren? Doch Reon, der noch immer auf dem Boden lag kam das scheinbar nicht merkwürdig vor:
    „Ah wunderbar, wenn Sie unschurdig sind und aussagen, haben wir die Sache sicherrich schnerr aus der Wert geschafft.“
    Taka beugte sich zu Agent Kenedi runter und flüsterte: „Aber Chef, es kann doch sein, dass er eigentlich doch schuldig ist und nur so tut.“
    Reon setzte sich auf: „Papperrapapp, wenn jemand schurdig ist, dann ergibt er sich nicht, sondern kämpft, das weiß doch jeder, arso rass uns schnerr zum Porizeirevier zurück und das arres erredigen.“
    Taka zeigte auf den am Boden liegenden Bandersnatch: „Und was ist mit dem da, lebt der noch?“
    „Keine Ahnung.... unwahrscheinlich.“, meinte G-Sam „ Also ein Mensch wäre bei der Dosis tot.“
    Taka näherte sich vorsichtig dem regungslosen Körper und versuchte den Puls zu fühlen. Er konnte rein gar nichts fühlen, doch das konnte auch an dieser Haut liegen, die wie dickes Gummi war. Er lehnte seinen Kopf gegen den von Bander und lauschte leise, als plötzlich ein Röcheln ertönte.
    „Also das Vieh lebt noch, Tote schnarchen nicht.“
    „Dann müssen wir ihn auch von hier wegschaffen, das Biest ist ja gefährrich“ Reon war inzwischen aufgestanden und hatte sich auch die Hose hochgezogen.
    Die beiden sahen G-Sam an, der nur seufzend die Schultern hängen ließ: „Okay, wir können ihn in mein Auto schaffen, ich kann auf der Rückbank ein Auge auf ihn halten und wenn er zu munter wird verpasse ich ihm noch eine Spritze.“
    Reon lächelte: „Das gefärrt mir, so färrt arres ganz zufärrig zusammen, herrrich. Schafft ihr zwei das Vieh doch schonmar ins Auto.“
    „Und was machst Du?“ fragte Taka
    „Ich benutze sorang mar kurz G-Sams Toirette.“

  • So, da muss ich nochmal schnell auf einiges Antworten, nachdem ich die Woch durch kaum da war:
    Erstmal allen danke für das Lob ^^


    @C.J.: Also für eine Guhl-Joke fehlt uns ehrlich gesagt die Gelegenheit, und wir sehen auch nicht, dass sich die noch bis zum Ende der Geschichte ergibt.
    Ein "und obwohl sie mitten im Einsatz waren holte Reon seine Klappdusche aus dem Rucksack und sagte zu Taka: "Guck mar Guhr, mein Riebringsduschger."" passt einfach nicht so sehr....:-((


    @Taka: Manchmal ist es auch besser, wenn man nicht alles versteht was Reon so sagt... "Heiriger Rutschepimmer" verursacht mir noch heute Alpträume....obwohl ich ihm ds sogar selbst in den Mund gelegt habe... (ACHTUNG: Das ist nur als Metapher gemeint! und nicht wörtlich! Bitte NICHT bildlich vorstellen! :bigfinger: ) :laugh1:


    So und nun geht es weiter, ab dieser Woche sind die Kapitel übrigens nicht mehr ganz so extrem lang wie die letzten Male.


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    Sarlac und AngelS Wesker in den Bergen des Wahnsinns


    Von AngelS Wesker und Sarlac


    Kapitel 62: Clowns und Narren


    Endlich war es soweit, Rebeccas Termin mit T war gekommen, diesen Clown würde sie zum Frühstück verspeisen... na ja, Mittagessen oder eher noch verfrühtes Abendbrot oder so, aber egal, jedenfalls war der Heini fällig.
    Nachdem sie endlich von der komischen Sekretärin in das Büro gewunken wurde, wollte sie gleich damit anfangen dem Kerl so richtig die Hölle heiß zu machen, doch Billy fiel ihr ins Wort: „Ach, Sie haben’s aber schön hier.“
    Was? War der Kerl denn jetzt vollkommen bematscht oder was?
    T war ganz erfreut: „HEHEHE, Danke, hab ich alles selber einrichten lassen...was hat er denn?“
    Rebecca hatte Billy heftig gegen das Schienbein getreten und Billy hielt sich dieses nun mit schmerzverzerrtem Gesicht.
    „Ach, das ist nur ein Wadenkrampf, hat mein Partner andauernd, beachten Sie ihn gar nicht. Reden wir lieber darüber, wo Sie an dem Morgen waren als Christian Jung ermordet wurde.“ Rebecca konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen, schließlich hatte sie den Kasper jetzt sprichwörtlich bei den Eiern.
    „Oh, HIHIHUHAHA, an dem Morgen war ich bei Christian Jung im Zimmer HUHIHAHA.“
    Rebeccas Grinsen fiel in sich zusammen und sie stockte kurz: „Soll...Soll das heißen, Sie geben zu, dass Sie ihn ermordet haben?“
    „HÄHÖHIHUHAHA, Nein, natürlich nicht.“
    „Sie geben es also nicht zu?“
    „Genau!“
    „Aber ermordet haben Sie ihn schon, oder?“
    „HAHUHEHIHÄ, was für ein armseliger Trick, Agent Chambers, hat der schon mal funktioniert? HUHOHIHO.“
    „Nein.“ antwortete Billy, dessen Bein nicht mehr schmerzte, aber Beckys Blick verriet ihm, dass es das vielleicht schon bald wieder würde.
    Rebecca fasste sich wieder: „Nun gut und was wollten Sie dann bei Dr. Jung, wenn Sie ihn nicht ermorden wollten?“
    „HUHUHIHO, na ihm gute Besserung wünschen, was denn wohl sonst?“
    Langsam wurde Rebecca sauer, warum musste er denn auf alles so eine gute Antwort haben? Aber sie hatte noch ein Ass im Ärmel: „Wissen Sie, was ich bei der Spurensicherung auf dem Kissen gefunden habe? Make-up, das könnte gut und gerne Clowns-Make-up gewesen sein, die Laborwerte stehen zwar noch aus, aber Dr. Jung wurde erstickt und an dem Kissen war Make-up ziemlich eindeutig, oder? Was haben Sie dazu zu sagen?“
    T ging an den Tisch auf dem ein Wasserglas stand:
    „HOHUHIHA Also erstens hab ich ihm das Kopfkissen aufgeschüttelt, wodurch Sie alles mögliche an Spuren von mir auf dem Ding finden können HIHIHUHA. Aber jemandem das Kissen aufzuschütteln ist wohl kein Verbrechen, oder?“
    „Natürlich nicht.“ erwiderte Billy und verzog das Gesicht als er von Rebeccas bösestem Blick durchbohrt wurde.
    „HEHEHE und zweitens...“ T steckte seine Hand in das Wasserglas und fuhr sich mit der nassen Hand über das Gesicht, „...trage ich kein Make-up.“
    Rebecca staunte nicht schlecht, als die klaren Wassertropfen auf dem weißen Teppichboden landeten und keinerlei Flecken hinterließen.
    „Aber mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie mit Dr. Jungs Arbeit nicht zufrieden waren, was sagen Sie dazu?“
    „HEHOHUHIHÄ Was soll ich dazu schon sagen? Es stimmt HIHAHU.“
    „Aha und deshalb haben Sie ihn umgebracht!“ rief Rebecca triumphierend.
    „Was? Wieso sollte ich das tun HEHIHAHA? Ich war sein Boss, wenn mir seine Arbeit nicht gut genug war, hätte ich ihn doch einfach entlassen können HEHIHOHÜHÖ!“
    Verflixt, damit hatte der Clown ja recht...aber eine letzte Trumpfkarte hatte Rebecca noch und das war wirklich eine Karte. Sie zog das kleine Kärtchen mit dem Road Runner-Motiv aus der Tasche: „Und was sagen Sie dazu?“
    T nahm die Karte und las laut vor: „HAHIHAHA „Meep, Meep Agent Chambers“ niedlich.“
    „Niedlich? Das ist eine Morddrohung!“ Becky war ganz außer sich.
    „HOHUHIHO Wieso das denn?“
    „Weil der Road Runner vom Gewicht zerquetscht wird, Sie Clown.“
    „HOHUHI und ich dachte, das wäre sowas liebes, wie diese Karten auf denen steht: „Bei dir bin ich platt“ HEHEHE!“
    „Nein, das ist keine solche Karte.“, schnaubte Rebecca. „Ich bin hier bei Umbrella schon mehrfach nur knapp mit dem Leben entkommen, weil mich dieser Spinner umbringen will. Aber damit haben Sie natürlich nichts zu tun, oder?“
    „HÄHUHÜ Nein hab ich nicht, Agent Chambers, das haben Sie ganz richtig erkannt HUHOHA. Sowas wäre ja auch ziemlich dumm von mir.“
    Billy unterbrach die beiden kurz: „Warum wäre das dumm?“
    „HÄHÖHIHE Weil die Anschläge hier auf dem Gelände waren, wenn Sie tot wären, Agent Chambers, würde es doch hier auf Wochen hinaus nur so von Polizisten wimmeln, und das stört nun mal doch den Arbeitsfluss wenn ständig Personal verhört wird. HAHÄHIHÜ Warum sollte ich mir das antun?
    Rebecca erhob den Finger um T ein lautes „Weil...“ an den Kopf zu knallen, aber dummerweise fiel ihr überhaupt nicht ein, was nach dem „weil“ hätte kommen sollen, denn T hatte Recht, es gab keinen logischen Grund dafür. Andererseits wirkte der Umbrella-Chef natürlich schon etwas irre, aber das konnte sie jetzt nicht sagen, eine solche Anschuldigung würde ihm eine Möglichkeit, die beiden von dem Fall abziehen zu lassen, komplett in die Hände spielen. Rebecca senkte ihren Finger langsam und ärgerte sich darüber, dass sie vermutlich ziemlich dämlich wirkte.
    Zum Glück sprang Billy in die Bresche des Schweigen, vielleicht das erste, was er bei diesem Verhör richtig machte:
    „Sagen Sie, T, was wissen Sie so über G-Sam?“
    T hatte sich inzwischen mit einem immerwehrenden breiten Grinsen in seinen Chefsessel gesetzt und schaukelte leicht verspielt auf ihm hin und her. „HEHEHIHO Sie meinen Dr. Samulanskynistkernaginzy?“
    Jetzt war sich Rebecca sicher, der Kerl musste verrückt sein, wer sonst merkte sich so einen Namen?
    Billy hingegen schien das nicht zu verwundern: „Ja, genau den.“
    „Was soll ich über den schon groß wissen? HEHIHAHA. Er ist ein sehr gewissenhafter und vorbildlicher Mitarbeiter, das war er schon immer...“
    Rebecca konnte so einen geheuchelten Kram jetzt nicht mehr ertragen und rief nur laut: „Aha und bringen ihre vorbildlichen Mitarbeiter häufiger ihre Kollegen um?“
    T stockte kurz „Äh... soll das ein Witz sein, HEHE?“
    Rebecca lächelte wieder etwas: „Nicht wirklich, wir haben Grund zur Annahme, dass dieser G-Sam hinter dem Mord an Christian Jung steckt.“
    „Was? HAHUHIHOHAHAHE Dr. Samulanskynistkernaginzy? Ein Mörder? Wie kommen Sie denn darauf?“
    „Nun, er ist gestern geflüchtet, als mein Partner vor seiner Tür stand.“
    „Wirklich? HOHIHO unglaublich!“
    Rebeccas grinsen wurde jetzt noch breiter: „Unglaublich? Also ich denke, dass er geflüchtet ist, weil er schuldig ist, oder hat Dr. Dingsbums etwa auch kein Motiv?“
    „HÖHEHI Na eigentlich schon, sogar ein sehr gutes, aber ich glaube nicht, dass er der nachtragende Typ ist.“
    „Aha und was für ein Motiv hätte er?“ Rebecca wusste G-Sams Motiv schon längst, das ging sogar aus seiner Akte hervor, sie wollte es nur noch mal von T hören.
    T wusste offensichtlich, dass er nur Dinge wiederholen sollte, die den beiden DSI-Agenten schon bekannt waren: „HOHEHÜ Christian Jung hatte damals den Unfall verursacht, der G-Sam zu dem gemacht hat, was er heute ist HAHA.“ Und nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: „Aber einen Mord würde ich ihm gar nicht zutrauen... Ich ruf ihn mal an. HÄHÄ“
    Und mit diesen Worten zückte T ein Handy aus der Tasche über dass sich Rebecca nicht mehr sonderlich wunderte, es passte zu ihm.


    T lehnte sich im Stuhl zurück und begann zu telefonieren:
    „Dr. Samulanskynistkernaginzy?... T hier HOHUHIHO! Was machen Sie eigentlich für Sachen? Einfach so vor der Polizei zu flüchten?... Ich? HAHAHEHI Nein... Das ist doch jetzt egal... Sie können sich doch einfach ergeben, oder sind Sie etwa schuldig?... Oh, das hätte ich ihnen gar nicht zugetraut HOHEHIHA. Gibt es denn da keine Möglichkeit für Sie das Ganze zu revidieren?.. Ach, das interessiert doch keinen, machen Sie einfach HEHEHE... Ein hervorragender Plan, Dr. Samulanskynistkernaginzy, bis später.“
    Sowohl Rebecca als auch Billy sahen T nach diesem Telefonat sehr skeptisch an.
    „HÄHÄHE, was sollen denn die komischen Blicke? Es ist alles geregelt, „G-Sam“ wird sich in einigen Minuten ergeben HUHOHÜ.“ Bei dem Namen G-Sam hatte T die kleine Anführungszeichenbewegung mit seinen Fingern gemacht.
    „Ja genau!“ lachte Rebecca.
    „Lachen Sie ruhig, Agent Chambers, lachen ist gesund HAHUHIHO! Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“
    Rebecca überlegte kurz, doch ihr fiel nichts weiteres ein und selbst wenn würde sich der Kerl ja doch nur aus allem rauswinden.
    „Nein, danke, ich glaube, das war’s.“
    T stand aus dem Stuhl auf: „HOHOHIHA, dürfte ich Sie dann noch nach etwas fragen?“
    Billy strahlte: „Aber immer doch!“ und Rebecca wollte ihm dafür schon wieder fast an die Gurgel springen.
    „HIHUHAHA Kann Christian Jung morgen schon beerdigt werden, das wäre sehr passend.“
    „Nein, der Fall ist noch nicht abgeschlossen.“, antwortete Rebecca entschieden.
    „HEHIHA Das ist aber schade, wir haben Sonntagmorgens immer unsere Großbeerdigung für die Mitarbeiter die in der Woche hier verstorben sind HEHE. Das ist ein stehender Termin.“
    „Tja, dann wird Dr. Jung wohl seinen eigenen Termin bekommen müssen.“, sagte Rebecca kaltschnäuzig.
    „HIHOHUHA das ist auch kein Problem, machen wir das eben dann in der Woche.“
    Rebecca sah ihn merkwürdig an und fragte sich ob es noch einen anderen Grund für die Frage gab als nur den terminlichen.
    Während T die beiden zur Tür begleitete stockte er noch einmal kurz:
    „Oh, HÖHUHA und noch eine Frage, Agent Chambers, wer hat Sie eigentlich über den Tod von Christian Jung informiert?“
    Noch bevor Billy freundlich antworten konnte, hielt ihn Rebecca mit der Hand zurück.
    „Es war ein anonymer Anruf.“
    „HOHIHAHAHE aber Sie vom DSI wissen doch bestimmt, wer das war, oder?“ T öffnete den beiden die Tür.
    „Selbst wenn wir es wüssten, wäre diese Information vertraulich, das wissen Sie doch.“
    „HEHEHE, na ja, ich war nur neugierig...“
    Rebecca sah ihn skeptisch an und drehte sich um, doch Billy streckte T die Hand entgegen:
    „Hat mich sehr gefreut, T, danke für das Gespräch.“ Und mit einem kleinen Blick nach oben zum Lüftungsschacht fügte er hinzu: „Und lassen Sie mal ihre Lüftung durchsehen, das Ding rattert ja ganz fürchterlich.“
    T blickte selbst nach oben, woher ein lautes, kratzig klingendes Geräusch kam: „Oh ja, das sollte ich wohl tun, auf Wiedersehen, Agent Comüller. Machen Sie es gut, Agent Chambers.“
    Rebecca packte Billy am Arm und zerrte ihn davon: „Was fällt dir eigentlich wieder ein? „Danke für das Gespräch“.“ Rebecca äffte ihn aufs kindlichste nach.
    „Sorry, Becky.“
    „Naja, was soll’s? Du lernst es vermutlich nie.“ Und nachdem sie sich noch einmal nach T umgesehen hatte, fügte sie hinzu: „Und wenn wir wieder auf dem Revier sind, erinnere mich dran, dass wir rausfinden, wer uns da angerufen hat.“
    Billy griff in seine Tasche und zückte sein Handy: „Ach weißt Du Becky, ich kann doch gleich im Revier anrufen und nachfragen...“
    Rebecca griff schnell seine Hand und drückte sie nach unten: „Bist Du verrückt, das muss dieser Clown doch nicht sehen...“
    Rebecca drehte sich zu T um, der unter dem Lüftungsschacht stand und interessiert nach oben blickte.
    Billy sah sie nur fragend an: „Wieso denn nicht?“
    Rebecca holte tief Luft, doch bevor sie antworten konnte, klingelte das Telefon ganz von alleine. Zunächst sahen die Beiden nur skeptisch auf das Telefon, dann nahm Billy das Gespräch an:
    „DSI, Agent Comüller....Ach, wirklich?... Na das ist doch wunderbar, vielen Dank.“
    Billy legte auf und steckte das Handy wieder in die Tasche.
    „Und?“ fragte Rebecca schon ganz nervös.
    „Das war Agent Ryôsuke, Sie haben G-Sam verhaftet und bringen ihn jetzt ins Revier. Lass uns schnell zum Auto und losfahren, dann können wir ihn gleich verhören.“
    Rebecca blickte zurück zu T, der inzwischen zu einer kleinen, unscheinbaren Tür gegangen war, die sich auf dem Gang befand, und etwas unwirsch an ihr rumrüttelte.
    „Irgendwie ist mir dieser Clown unheimlich“ meinte sie, während T die Tür aufriss und dabei auf dem Hintern landete.
    „Wieso ist er dir denn unheimlich?“ fragte Billy, und zog Rebecca am Arm, damit sie ihm aus dem Gebäude folgte.
    Als die beiden um die Ecke bogen warf Rebecca einen letzten Blick auf T, der grade triumphierend einen Besen in die Luft hielt: „Ich weiß auch nicht so genau...“


    Kaum dass die beiden DSI-Agenten aus seinem Blickfeld verschwunden waren, stieß T mit dem Besen gegen den Lüftungsschacht und das lautet Rattern verstummte, stattdessen ertönte ein leises „Hä? Was?“ aus der Belüftungsanlage.
    „HIHUHAHA Kommen Sie da oben raus!“
    Masterkiller7 blickte nach unten sah T mit dem Besenstiel rumfuchteln. Was war nur passiert? Er wollte doch nur auf Agent Chambers warten um sie endlich zu beseitigen... Er musste eingeschlafen sein... und viel schlimmer, er hatte sich sogar von T erwischen lassen. Jetzt war T bestimmt sauer... Das war gar nicht gut, hoffentlich erging es ihm nicht wie seinem Vorgänger Masterkiller6, der hatte äußerst unangenehme Erfahrungen mit einem Bleistift gemacht, nachdem Masterkiller7 selbst ihn an T ausgehändigt hatte. Und nach dem was er in Erfahrung bringen konnte, waren auch Masterkiller1-5 auf sehr ungewöhnliche Weisen verschwunden... Er blickte nervös nach unten und trat das Lüftungsgitter aus dem Schacht, es half ja doch nichts und immerhin hatte T keinen Bleistift in der Hand. Obwohl sich Masterkiller7 lieber nicht vorstellen wollte, was T so alles mit einem Besen anstellen konnte... Er atmete tief durch und sprang aus dem Schacht. Elegant landete er neben T und sah ihm in das weiße Clownsgesicht.
    „HAHUHIHIHA, Masterkiller7, darf ich fragen, was Sie hier in meinem Lüftungsschacht zu suchen haben?“
    „Äh, ja, Sir, ich wollte Agent Chambers töten, Sir...“ stammelte Masterkiller7 nervös.
    „Und wie wollten Sie das bewerkstelligen? Durch Lärmbelästigung? HAHUHIHOHAHA!“
    „Äh, nein, ich wollte sie erschießen, sobald sie aus der Tür kommt...“
    „HAHOHIHO, da haben sie aber ihre Chance verpasst, Agent Chambers ist schon lange gegangen. HIHUHAHA.“
    Na großartig, als wäre es Masterkiller nicht schon unangenehm genug gewesen von seinem Auftraggeber beim Pennen erwischt worden zu sein, jetzt hatte er auch noch sein Zielperson verpasst... Er konnte nur noch hoffen, dass er sich einfach aus der Affäre ziehen und verschwinden konnte: „Oh, dann sollte ich wohl hinterher, Entschuldigen Sie mich, Sir.“
    „HIHAHOHÜ Nicht so schnell!“
    Masterkiller7 blieb wie angewurzelt stehen. Jetzt war es wohl soweit... alles war vorbei. Nervös kontrollierte er ob er einen Bleistift in Ts Hand entdecken würde und war bereit sich zu verteidigen, doch die nächste Frage, die von T kam warf ihn etwas aus dem Konzept:
    „HIHUHAHA, sagen Sie, wer hat Sie eigentlich angeheuert? Wenn ich mal fragen darf HUHIHÖHÖ.“
    Einen Momentlang starrte Masterkiller7 T nur sprachlos an. War das eine Fangfrage? Was sollte das? Letztendlich stammelte er nur verwirrt:
    „Äh...Sie?...Sir“
    „HAHAHIHO Na das wüsste ich aber.“
    „Äh, wie bitte?“ jetzt war Masterkiller7 doch wirklich komplett verwirrt. „Aber Sie haben mich doch angerufen und mir gesagt, ich sollte Agent Chambers töten.“
    „HIHUHAHA Nein, das habe ich bestimmt nicht.“
    „Aber...aber... die Person am anderen Ende der Leitung hatte eine schrille Stimme und sie hat gelacht, genau wie Sie...“
    „HAHUHIHO Und wenn jemand lacht, dann bin ich das automatisch oder wie HIHUHAHA.“
    „Äh, nein, aber es war doch über die spezielle Nummer und ich dachte....“
    „Ich bezahle Sie aber nicht zum denken!“ rief T ganz ohne zu lachen und nach einem kurzen Moment fügte er ein fast schon gekünsteltes „HIHAHA“ hinzu.
    „Verzeihung, Sir.“
    „HIHUHAHA, na was soll’s... Wie klang die Stimme denn so?“
    „Naja, wie Sie eben, Sir“
    „Also wurden Sie von einem Mann angerufen. HIHUHAHA, das ist doch schon mal was.“
    „Vermutlich...“
    „HAHIHUHA Wieso vermutlich?“
    „Naja, Sie wissen schon, Sir, ihre Stimme ist sehr schrill..“
    „Was soll das denn bedeuten HIHUHA?“
    „Äh, na ja, Sie ist eben nicht so sonderlich tief, Sir...es könnte also auch eine Frau...“
    T sah Masterkiller7 nur schweigend an.
    „...wobei das natürlich sehr unwahrscheinlich ist, Sir... aber im Rahmen der Möglichkeiten... wissen Sie...“
    T wirkte jetzt so verärgert, das Masterkiller7 wieder nach dem Bleistift Ausschau hielt, doch nur eine Sekunde später war T nichts mehr von dem Ärger anzumerken:
    „Na zumindest hatten Sie noch keinen Erfolg HEHAHUHAHÖ. Stellen Sie sich nur vor wie es hier von DSI-Agenten wimmeln würde, wenn plötzlich ein toter Agent auf dem Gelände wäre HIHUHÖ! Der reinste Alptraum...“
    In dem Moment hörten beide einen lauten Knall und das Scheppern von Metall von draußen. T und Masterkiller7 rannten zum Fenster, das Wrack eines schwarzen Autos stand mitten auf dem Umbrella Gelände und eine große Menge dunklen Rauchs stieg zu den beiden empor.
    Masterkiller7 sah T mit unschuldiger Miene an: „Ich war’s nicht...“