Assassins Creed III [Yokamitzu]

  • Assassins Creed III (XBOX 360)





    Endlich ist es geschafft. Ich habe den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und die Revolution überlebt. Ich habe viel gesehen, bin viel gerannt, habe viele Wapitis getötet und noch viel mehr Soldaten der Britischen Krone. Nach guten zehn Stunden Spielzeit, ohne irgendeine Nebenmission gemacht zu haben, konnte ich das Spiel nun endlich beenden. Leider kann ich für das Spiel nur bedingt eine positive Rezension verfassen.


    Aber zurück zum Anfang. Das Spiel beginnt mit unserem alten Bekannten Desmond Miles, welcher zusammen mit seinem Team den Eingang einer Höhle mit dem Edensplitter öffnet und einen alten Tempel besichtigt. Nach ein paar Dialogen geht es endlich zurück in den Animus. Wir starten im London des 18. Jahrhundert als Haytham Kenway, wir sind auf einer Mission. Es geht in die Oper. Nachdem wir ein wenig dem Trubel auf der Bühne gelauscht haben, geht es los. Wir drängen uns zum Rand des großen Saals und klettern hinter der Bühne entlang hinauf zu einer Loge, in der wir unseren ersten Mord verüben müssen. Doch warum? Haytham erbeutet ein kleines Amulett und verschwindet in der Menge. Ein paar Tage später befinden wir uns auf einem Schiff mit Kurs auf Amerika. Nach ein paar kleinen Missionen kommt Haytham ohne größere Blessuren in Boston an. Kaum auf amerikanischen Boden trifft man auch schon auf seinen ersten Verbündeten. Das Spiel kommt in Fahrt, man trifft immer mehr Verbündete, bereist die Gegend und natürlich wird auch fleißig gekämpft. Doch das Wichtigste: Man weiß endlich worum es geht. Doch was ist los? Ist auf der Verpackung nicht ein junger dynamischer Assassine abgebildet und hieß der nicht irgendwie anders?


    Jetzt folgt eine kleine Zusammenfassung vom Anfang der Story, es sind Spoiler enthalten, also einfach bis zum Fazit springen, wenn ihr das nicht lesen wollt. :)


    Nach einiger Zeit hatte ich sehr viel Freude zusammen mit Haytham durch das Land zu streifen und mit ihm zu kämpfen, das lag auch daran, dass er in der deutschen Fassung von Dietmar Wunder gesprochen wird und mit dieser Stimme gibt Haytham einen sehr sympathischen Zeitgenossen ab. Nach einigen Missionen wird klar, Haytham ist ein Templer, der klettert und kämpft wie ein Assassine - sogar mit der guten alten Versteckten Klinge (Der Hintergrund, aus welchem Grund er die Klinge trägt erfährt man im Buch, welches zusammen mit Teil 3 erschienen ist. Kurze Zusammenfassung: Nach einem Kampf in Europa, nahm Haytham die Versteckte Klinge von Miko und tötete ihn mit dieser in London.) Im Verlauf der Zeit trifft er auf eine junge Eingeborene und nach einer kurzen Kennenlernphase und einiger Aktivitäten - welche, könnt ihr in der aktuellen Ausgabe der BRAVO nachlesen - entschlüpft der kleine Ratonhnhaké:ton. Ab diesem Zeitpunkt übernehmen wir als Ratonhnhaké:ton und durchleben mit ihm einen kleinen Teil seiner Kindheit, in der er Charles Lee einen Mann, den wir bereits als Haytham's Verbündeten kennenlernten trifft und von diesem angegriffen wird. Ratonhnhaké:ton schwört Lee, ihn zu finden und zu töten, er kehrt zurück in sein Dorf, das in Brand gesteckt wurde. Ratonhnhaké:ton rennt zu seinem Haus und findet dort seine Mutter unter einem Balken, sie befielt ihm zu verschwinden, wonach Ratonhnhaké:ton von einem Einwohner gepackt und aus der brennenden Hütte gerettet wird. Das Spiel springt weitere Jahre in die Zukunft und wir erlernen die Kunst des Jagens, Klettern und wie man einen Bären tötet. Ab diesem Zeitpunkt war ich schon ein wenig genervt, denn mal ehrlich: Keine Sau spielt Assassin‘s Creed um Hasen oder Hirsche zu jagen, man will Templer töten und die von Ubisoft umgeschriebene Geschichte mit realen Personen durchleben. Aber gut, ich sammelte also fleißig Federn, legte Fallen aus und haue einem Wapiti so dolle auf die Gewürzgurke, dass es ihn total ausknocked. Dann beginnt endlich die Story rund um den Tempel in dem wir mit Desmond gestartet sind, wir treffen auf Juno, die uns ein paar Takte erzählt und wir brechen auf - mit einem brandneuen blauen Schlafsack! Ratonhnhaké:ton bekommt den Auftrag nach dem in Junos Vision gezeigten Assassinen Symbol zu suchen. Er erreicht ein altes Herrenhaus, wird jedoch von dessen Bewohner weggeschickt. Er übernachtet im Stall und trifft in der zweiten Nacht auf Soldaten, die den alten Mann überfallen und ausrauben wollen. Ratonhnhaké:ton überwältigt die Soldaten und der alte Mann taucht auf. Der alte Mann stellt sich als Achilles Davenport vor, ein Großmeister der Assassinen. Er übernimmt die Ausbildung von Ratonhnhaké:ton, den er vor der ersten Reise nach Boston "Connor" tauft, damit dieser nicht für einen Eingeborenen gehalten wird. Ratonhnhaké:ton nun Connor soll in Boston ein paar Materialien kaufen, um Achilles' Haus zu renovieren. Die Beiden werden in Boston Zeuge vom "Massaker von Boston", das von Charles Lee, durch einen Schuss in die Luft beginnt. Daraufhin wird Connor von Haytham als Attentäter beschuldigt und daraufhin gesucht. Nach einer Flucht durch Boston wird Connor mit Hilfe von Verbündeten aus der Stadt geschmuggelt. Es beginnt der lange Kampf gegen die Templer.


    Wenn man nun hier einen Schnitt macht, dann wird einem klar, wieso die Story gute zehn Stunden benötigt. Die restliche Handlung werde ich nun in ein paar Sätzen zusammenfassen. Connor wird zu einem vollwertigen Assassinen ausgebildet. Nach und nach tötet er die Mitglieder der Templer. Während man so durch die Länder streift und einen Anführer, Offizier und Templer nach dem anderen niederstreckt, bekommt man immer nur langweilige Reden der sterbenden Gegner zu hören. Es ergibt einfach alles keinen Sinn. Jeder scheint unschuldig und Connor der Größe Esel in ganz Amerika. Nach dem dritten Templer habe ich eine längere Pause gemacht, weil mir das alles zu blöd wurde. Man kommt einfach nicht weiter. Die Zeit läuft zwar weiter, die Ereignisse überschlagen sich, aber die Story will nicht ganz klar sein. Zwischendrin spielt man dann ein paar Level mit Desmond, der Energiequellen für den Tempel beschaffen muss und dabei von Abstergo gesucht wird. Immer wenn man eine neue Quelle gefunden hat (insgesamt sind es drei) kann man diese in den Tempel einsetzen und trifft auf Juno, die einem irgendwas über Kräfte erzählt, die die Erde zerstören, böse Mächte und über irgendwelche vergangenen Zeiten redet. Die Story um die Edensplitter wird so haarsträubend weitergesponnen, dass es irgendwann nur noch nervt und blöde wirkt, wenn die goldene Dame mal wieder aus der Wand kommt und Desmond eine Unterrichtsstunde in Geschichte bekommt. Also schnell die Energiequelle ins Loch und dann ab in den Animus, ab nach Amerika, ab zu Assassin‘s Creed. Aber hier ist auch tote Hose. Denn nun kommt nach einem langen Krieg von Conor gegen die Templer Haytham in Connor's Leben. Also die Mischung aus Haytham und Connor war schon lustig, es war eine schöne Sache Vater und Sohn in Aktion zu sehen, aber man weiß eben auch, dass er der Böse ist und das es nicht ewig so weitergeht...


    Fazit:


    Das Spiel hinterlässt leider keinen guten Eindruck. Die Story kommt bis zu den letzten beiden Sequenzen nicht in Fahrt und wirkt bei Abschluss nur schlecht zusammengeschustert. Da ist man von Ubisoft Montreal besseres gewohnt (Far Cry 3 oder Splinter Cell: Blacklist). Sehr schade. Ich habe das Spiel auf dem Computer gespielt und die ersten Drei Sequezen dort beendet, dann bin ich zur XBOX gewechselt und dachte ich setze es einfach fort. Ja, denkste. Die XBOX Version hat so viele Bugs, dass ich immer wieder Level neustarten musste, weil Connor mal wieder an einer unsichtbaren Wand - mitten auf einem Feld - hängen blieb oder durch ein Brett fiel und dann im Schwebezustand einfror und die Person die ich verfolgen sollte längst zu Hause bei Mutter war, während die Einwohner Bostons mich dabei beobachteten und sich gefragt haben ob ich betrunken oder geisteskrank bin. Ein positiver Punkt ist das Kampfsystem. Hier wurden ein paar Änderungen vorgenommen und man kann flüssigere Kämpfe führen - es sei die Konterfunktion hat einen Bug und Connor lässt sich einfach mal von einer Gruppe Briten im Stil von 50 Shades of Grey verprügeln. Die Synchronisation ist wunderbar, viele bekannte Stimmen und das Voice-Acting ist toll, die Umsetzung leider weniger gut, die Untertitel aus den Ladesequenzen bleiben manchmal für zehn Minuten angezeigt, während man schon drei Cutscenes weiter ist - obwohl der Untertitel sogar ausgeschaltet ist?!


    Ich hatte mir mehr erhofft, das Spiel ist nach fast drei Jahren immer noch halbfertig. Da bin ich besseres gewohnt... ...es macht den Eindruck als hätte sich Ubisoft an das Assassinen Kredo gehalten: "Nichts ist wahr, alles ist erlaubt" Nein! Bugs sind böse und halbfertige Spiele sind nicht erlaubt - auch wenn die Spielzeit der Story beeindruckende zehn Stunden verschlingt, ich habe keine Nebenmissionen gemacht, ich wollte das Spiel ab einem gewissen Punkt nur noch hinter mich bringen. ^^


    4/10 Seiten von Franklins Almanachs