The Witcher [devilman]

  • [align=center][img]http://img94.imageshack.us/img94/1777/header223.png[/img][/align] The Witcher – Enhanced Edtion (Platinum Edition) Genre: Rollenspiel Plattform: PC (-DVD) Altersfreigabe: USK 18, PEGI 18 Minimum Systemanforderungen: Windows- XP, -Vista, -7; Pentium 4 2,4 GHz oder AMD Athlon 64 2800+; 1GB Ram XP, 1,5GB Ram Vista, Win7; Grafikkarte mit 128 MB VRAM und Shader 2.0 (GeForce 6800 oder Radeon X800): 15GB freier Festplattenspeicher; Soundkarte DX-9c [align=center][u]Hintergrund:[/u][/align] „The Witcher“ ist das Debütwerk des polnischen Entwicklerstudios „CD Projekt Red“. Als Vorlage dienten die Werke des, ebenfalls aus Polen stammenden, Fantasy-Autors Andrzej Sapkowski. Dessen Sage, um den Hexer Geralt von Riva, umfasst bisher sieben Bände (die ersten beiden Bände beinhalten Kurzgeschichten). CDPR begann mit der Entwicklung bereits im Jahr 2003. Der finale Release erfolgte aber erst im Oktober 2007. Leider war TW bei Release noch recht fehlerbehaftet: Abstürze, lange Ladezeiten und eine nicht immer vorteilhafte KI plagten das Rollenspiel. Nach diversen Patches veröffentlichte CDPR im September 2008 eine „Enhanced Edition“, welche viele Verbesserungen mit sich brachte. Dieses Review basiert auf der Enhanced Edition mit Patch 1.5 [align=center][u]Story:[/u][/align] Eine Prophezeiung berichtet von dem Untergang der Welt. Während der Zeit des „Kalten Weiß“ und des „Weißen Lichts“ wird das Land mit Eis und Schnee bedeckt. Gletscher überziehen das Land. Nicht nur die Prophezeiung macht den Leuten sorgen, denn die nördlichen Reiche sind durch den Krieg mit Nilfgaard zerstört und der Fall der Könige scheint besiegelt. Zu dieser Zeit trägt es ich zu, dass ein Mann, von den Toten wiederauferstanden, zurückkehrt. Der Hexer Geralt von Riva betritt sein Jahren wieder Kaer Morhen, die uralte Festung der Hexerzunft. Hexer… professionelle Monster-Schlächter die durch Mutagene übermenschliche Fähigkeiten erhielten. Kurz darauf wird Kaer Morhen von Söldnern überfallen, welche ein Abzeichen in Form eines Salamanders tragen. Die noch verbliebenen Hexer können die Angreifer abwehren, aber: Wer sind diese Schurken und warum griffen sie Kaer Morhen an ? Geralt wird durch viele Teile der Welt reisen müssen um diese Fragen zu beantworten. Auf seinen Reisen wird er sich schwierigen Missionen und Entscheidungen stellen müssen. Nach und nach kommt er hinter das schreckliche Geheimnis… [align=center][u]Die (Spiel-)Welt des Hexers: [/u][/align] TW ist ein Rollenspiel ungleich vieler seine Genrevertreter. Der Titel richtet sich klar an erwachsene Spieler, was sich nicht nur im Grad der Gewaltdarstellung bemerkbar macht, sondern in erster Linie durch die Geschichte und der Art wie diese dem Spieler nahe gebracht wird. Freundschaft, Verrat, Mord, Ablehnung, Rassismus… Dinge mit denen ein Hexer in den Landen Temeriens –und seiner Hauptstadt Wyzima- täglich konfrontiert wird. Der Kodex des Hexers heißt „Neutralität“. Doch bleibt es dem Spieler überlassen ob er diesem Kodex folgt, oder eine der beiden Parteien des Spiels, bei ihren Zielen unterstützen will. Da wäre auf der einen Seite die Freiheitskämpfer der Anderlinge (Elfen, Zwerge): die Scoia’tael – auf der anderen die der Menschen: der Orden der Flammenrose. Die Entwickler kreierten eine Handlung, die nicht nur Schwarz und Weiß kennt, sondern sich viel in Grauzonen abspielt. Nicht jeder ist der, der er zu sein scheint, und nicht jede gute Absicht wird mit akzeptablen Mitteln und Wegen bestritten. Durch diese Entscheidungen (Neutral, Anderlinge oder der Orden), laufen auch Questausgänge auf verschiedene Enden hinaus. TW folgt einem linearen Spielablauf. Abgesehen von gewissen Entscheidungsfreiheiten, bleibt Geralt immer auf festen Wegen. Ein Endeckerspiel ist es nicht und will es auch nicht sein - eine Sache, die der Handlung nur zu Gute kommt. Neben der Main-Quest, gibt es für Geralt auch einige hexerspezifische Nebenaufgaben zu meistern. Dazu gehört der Blick auf eine der vielen Anschlagtafeln, auf denen Ausschreibungen für Hexerarbeit zu finden sind, z.B. das Töten von 10 Bargesten und das Überbringen dieser, um seine Belohnung einzufordern. Die Mittelalter-Atmosphäre ist eine große Stärke des Spiels. Unzufriedene Bauern, Kaufleute welche ihre Ware an den Mann bringen wollen, reiche und hochnäsige Stadtbewohner, aber auch Diebe, Strolche und Huren kann man allerorts antreffen. Dass das Spiel hier auf soziale Schichten anspielt, und diese glaubwürdig ins Spiel integriert, zeigt sich an den verschiedenen Vierteln der Hauptstadt und deren Umlandes. Das Umland wird von den Bauern bevölkert, denen man ihre Armut und Abhängigkeit deutlich ansieht. Auch Bettler streunen vor den Toren Wyzimas. In der Hauptstadt selbst –welche von großen Wehrmauern umgeben ist-, leben zuerst die sozial nicht so gut betuchten Einwohner (Tempelviertel). Hier befindet sich auch das Anderlingviertel, welches man -überspitzt- auch eine Art Ghetto nennen könnte - Anderlinge sind bei den restlichen Stadtbewohnern nicht sehr beliebt. Auch die Stadtwache hat hier ihre Zelte aufgeschlagen. Neben dem Friedhof, existiert noch das Händlerviertel, in welchem die Oberschicht Wyzimas lebt. Sauber Straße, Gaukler/Musikgruppen unterhalten –neben dem Bordell-, die gestressten Kaufleute und wohlhabenden Bürger. Stimmungsmacher sind die Tavernen Temeriens. In den gut besuchten Schänken, geben Barden musikalische Freude zum Besten, man spielt Würfelpoker, veranstaltet ein tüchtiges Wettsaufen oder misst sich mit dem lokalen Faustkampf-Champion. Sowohl Würfelpoker, als auch die Faustkampftuniere, sind eigene Quest-Reihen. [align=center][u]Spielablauf und Charakterentwicklung:[/u][/align] Wie bei Rollenspiele so üblich, sammelt Geralt Erfahrung, welche er benötigt um neue Talente freizuschalten. Erfahrungspunkte bekommt man z.B. für das Lösen von Quests oder ganz einfach, durch das Töten von Gegnern. Auch der eine oder andere Oren (die Währung Temeriens) wandert so in Geralts Geldbeutel. Die Talente die Geralt erlernt, sind in Bronze, Silber und Gold unterteilt. Wann er welche erlernen kann, hängt von seiner Erfahrungsstufe ab. Bronzetalente sind sofort erlernbar, wobei für Silber und Gold erst ein gewisser Level erreicht werden muss. Durch diese Talente können Geralts Eigenschaften (Stärke, Gewandtheit, Ausdauer und Intelligenz), seine Magie-, als auch seine Kampffertigkeiten ausgebaut werden.Geralt muss sich im Meditationsmodus befinden damit man seine Fähigkeiten ausbauen kann. In den Meditationsmodus gelangt man, wenn man an einem Lagerfeuer ruht oder auch in einer Taverene ein Zimmer mietet. In der rechtsoben auf dem Spielbildschirm eingeblendeten Menüleiste findet sich das Inventar, das Tagebuch (Quests), das Charakterregister (alle Orte, Personen, Monster, Formelsammlung etc.), und die Karte der Spielwelt. [align=center][u]Hexer, geborene Kämpfer…:[/u][/align] Hexer sind hervorragende Kämpfer und werden in unterschiedlichen Kampfstilen ausgebildet. Hier unterscheidet man zwischen Starkem-, Schnellem-, und Gruppenkampfstil. Der starke Stil ist gegen behäbige, stark gepanzerte Gegner; der schnelle Stil gegen schnelle, leicht gepanzerte und der Gruppenkampfstil ist für den Kampf mit mehr als zwei Gegnern essentiell. Es kommt im Kampfgeschehen darauf an, rasch zu dem passenden Stil zu wechseln und während des Kampfes, je nach Gegnerklasse und Gegnermenge, hin und her zuwechseln. Da kommt dann die Taktik ins Spiel. Die Kämpfe sind jederzeit pausierbar um das weitere Vorgehen (z.B. einen Trank einnehmen) zu planen. Eine weitere Besonderheit der Hexer, welche als Monstertöter bekannt sind, ist die Nutzung von zwei verschiedenen Schwertertypen basierend auf deren verschieden Materialien. Zum einen wäre da das normale Hexer- bzw. Stahlschwert, welches für den Kampf gegen menschliche Gegner vorgesehen ist. Zum anderen, das Silberschwert, welches gegen Monster zum Einsatz kommt. Auch hier gilt, wie schon bei den Kampfstilen, im Kampf schnell den richtigen Schwerttyp zu wählen. Geralt kann in beiden Fällen auf die Hexerkampfstile zurückgreifen. Auch andere Waffen wie z.B. Äxte oder Dreschflegel können benutzt werde, aber mit Verzicht auch die Hexerkampfstile. Es gibt drei Kameramodi. Davon sind die ersten beiden isometrische Ansichten und die dritte eine Third-Person Ansicht, im Spiel ÜDS (Über die Schulter) genannt. Die beiden isometrischen Kameras geben einem im Kampf eine gute Übersicht, die ÜDS dagegen lässt einen mitten im Kampfgeschehen sein – mit Übersichtsverlusten. Zwischen den einzelnen Kameramodi lässt sich jederzeit wechseln (Anmerkung: Meine persönlicher Favorit ist ÜDS). Das Kampfsystem selber ist dynamisch, aber nicht Echtzeit. Es kommt vielmehr darauf an, sein Timing in den Kämpfen zu perfektionieren. Klickt man einen Gegner an, so greift Geralt seinen Kontrahenten an und führt einen Schwerthieb aus. Nach diesem erfolgreichen Hieb, verändert sich der Cursor und zeigt den richtigen Moment für den nächsten Hieb an. So können, je nach Geralts Erfahrung, bis zu vier Angriffssequenzen ausgeführt werden, welche wiederum eine unterschiedliche Anzahl Hiebe besitzen. Klickt man im falschen Moment die Angriffstaste, so wird die aktuelle Angriffssequenz unterbrochen und beginnt mit dem nächsten Angriff von neuem. Das Kampfsystem lässt Geralt automatisch ausweichen bzw. parieren. Je mehr Fertigkeiten er im defensiven Kampf besitzt, desto besser bzw. schneller kann er Parieren und Ausweichen. [align=center][u]… und Gelehrte in Sachen Magie und Alchemie:[/u][/align] Was wäre ein Rollenspiel ohne Magie? In TW wird sie benötigt um Gegner auf Distanz zu halten. Aber auch das Beiseiteräumen von Geröll und das eine oder andere Rätsel verlangen nach Magie. Die verschiedenen Magieschulen werden durch fünf Zeichen dargestellt: Aard – ein Telekinesestoß, Quen – ein schützendes Feld welches Geralt umgibt,Yrden - eine magische Falle, Igni – eine Feuerwelle und zuletzt Axii – Gedankenkotrolle von Feinden. Zeichen erlernt Geralt im Laufe des Spiels an „Orten der Macht“. Die Alchemie gehört ebenfalls zu den grundlegenden Fähigkeiten eines Hexers. Die Zubereitung von Tränken, welche z.B. die Vitalität/Ausdauer schneller regenerieren, die Reaktionszeit verkürzen, mehr Kampfschaden generieren oder Geralts Wahrnehmung in völliger Dunkelheit stark verbessern, entscheiden im Kampf über Sieg oder Niederlage. Um einen Trank brauen zu können, benötigt man zum einen dessen Formel und zum anderen die darin aufgeführten Ingredienzien. Die Formeln lassen sich in Schriftrollen finden, welche man kaufen, oder als Questbelohnung erhalten kann. Die benötigten Ingredienzien erhält man von besiegten Gegnern und durch das pflücken von verschiedenen Kräutern. Aber auch diese beiden Dinge wollen erst erlernt werden. [align=center][u]Technik & Sound von The Witcher:[/u][/align] CDPR benutzte als Grafikgerüst die 2007er Version von BioWare´s Aurora-Engine, welche auch schon Neverwinter Nights 2 befeuerte.Die Entwickler haben die Engine zu 80% überarbeitet um sie ihren Ansprüchen gerecht zu machen. Neue Lichteffekte, Shader, Physik hielten Einzug. Leider ist nicht nur Gutes hier zu vermelden, denn teils starke Performanceeinbrüche in manchen Abschnitten des Spiels (Händlerviertel von Wyzima) bremsen den Spielspass ein wenig. Auch der modulare Aufbau der Aurora-Engine, welche für Party-Rollenspiele konzipiert wurde, hat so seine Tücken, welche sich in den sehr vielen Ladebildschirmen zeigen. Jeder neue Abschnitt kommt mit einem Ladebildschirm daher. Ein weiterer Kritikpunkt ist das auftreten von Klon-NPC´s. Haben wichtige Spielecharaktere meistens ein unterschiedliches Äußeres, so gibt es für die Bewohner der Welt nur eine Handvoll Charaktermodelle. Kaufleute, alte Frauen oder Bauern sehen, bis auf unterschiedliche Färbung der Kleidung, alle gleich aus. Aber trotz dieser Mäkel’ ist der grafische Gesamteindruck mehr als stimmig. Ein idyllisches Umland, eine detaillierte Hauptstadt, modrige Sümpfe u.v.m. Hervorragend gelungen ist der Soundtrack des Spiels. Die jeweiligen Locations werden passend musikalisch untermalt. Musikstücke wie „Seawall“ oder „Lakeside“ laden zum immer und immer wieder anhören ein. Die Soundeffekte sind stimmig und passen zu jeweiligen Geschehen. Man kann sich in der EE zwischen zehn(!) verschiedenen Sprachfassungen entscheiden. Die deutschen und englischen Sprecher machen ihre Sache sehr ordentlich. [align=center][u]Fazit:[/u][/align] The Witcher wird als „das beste Rollenspiel der letzten Jahre“ angepriesen. Vielleicht nicht das Beste, aber sicherlich eines, das ganz weit oben mitspielt. Sowohl die erwachsene Story, das Storytelling, die Charaktere, die Welt und das Spielsystem machen einen erfrischenden Eindruck. Düster und rau ist die Welt des Hexers, und so auch der Umgangston. Auch wenn das Spiel seine Probleme hat, so kann es diese mit den oben genannten Punkten vollends aufwiegen. Wer Rollenspiele mag sollte sich TW nicht entgehen lassen… man verpasst was ganz Grosses. [align=center][u]Wertung:[/u][/align] [align=center][img]http://img706.imageshack.us/img706/6599/wertung.png[/img][/align]