Alien:Isolation PC [Schnuffell]

  • [color=#009999][size=12]Willkommen im Leben der Amanda Ripley[/size][/color] Diese Review wurde von mir so erstellt, dass sie besonders wenig Spoiler enthält. Trotzdem möchte ich darauf hinweisen, dass man eventuell gespoilert werden kann! [size=12][color=#009999]Unsere Protagonistin und andere Humanoide[/color][/size] Ripley, ein Name der allen bekannt sein sollte, die Alien schon länger auf dem Schirm haben. Was jedoch niemand bisher wusste ist, dass Amanda Ripley, die Tochter unserer Alien Heldin, ihrer Mutter in nichts nach steht. Diese bekommt die Nachricht, dass der Flugschreiber der Nostromo aufgetaucht sei und sie mit einigen anderen ebendiesen abholen kann. Das Spiel startet relativ klassisch an den Filmen angelehnt. Amanda wacht auf und erkundet zunächst die Anesidora, das Schiff welches sie befördert. So lernt sie Ihre Mitstreiter kennen und Ihre Fähigkeiten können erprobt werden. Amanda selbst ist eine Figur die eventuell nicht immer Tiefgang zeigt, die aber durchaus sympathisch ist. Sie verhält sich vollkommen authentisch, anders als derjenige der vor dem Monitor sitzt und schon am Anfang darauf vorbereitet ist, dass unser Xenomorph-Freund aus der Decke springt. Auch schreit sie nicht nur ab und an um auf Verletzungen o.ä. Aufmerksam zu machen, sie redet und flucht auch ab und an. Das hat es mir leicht gemacht eine Art Verbindung zu Amanda aufzubauen. Eine Figur die gleichzeitig mit dir „Verdammt“ schreit, hat einfach jede menge Sympathie verdient. Sie ist keine erfahrene Kämpferin, weiß sich aber zu wehren und kann gut mit Werkzeugen umgehen, was das bauen von Hilfsmitteln und knacken der Türen und Geräte wieder sehr Authentisch werden lässt. Zudem spielt sie sich auch sehr Authentisch, wenn man vom Alien entdeckt wird und rennt um sich zu verstecken atmet die gute halt auch schnell und hektisch. Es gibt aber Leute, die man nur lieb gewinnen kann. Wenn ihr dem lieben Ricardo begegnen solltet werdet ihr wissen was ich meine. Auch Verlaine, die Kapitänin der Anesidora findet man durchweg nett. Die Menschen die man auf der Sevastopol treffen kann, sind nicht so nett aber wo wir grade bei der Sevastopol sind.... [size=12][color=#009999]Die Schiffe und ihr Interieur[/color][/size] Alien wurde in den 80ern gedreht. Dementsprechend sieht die Technik der Schiffe aus. Heute sehen selbst unsere Handys besser aus und die Möglichkeiten der Technik sind wesentlich weiter. Trotzdem kann Alien:Isolation mit einem hohen Grad an Schönheit glänzen. Wenn man sich die Flure der Sevastopol anschaut überkommt einem sofort das Gefühl auf der Nostromo zu sein. Kleine Unterschiede machen sich bemerkbar aber dadurch das Nostromo und Sevastopol NICHT die gleichen Schiffe sind, ist es meiner Meinung nach unsinnig darüber zu diskutieren. Nicht nur das Schiff sondern auch die Geräte die Amanda benutzt sind authentisch und passen ins Bild des 80er Sci-Fi. Flimmernde Monitore, klackernde Tastaturen, kleine Gameboy-ähnliche-Aparaturen und eine digitale Armbanduhr machen das Gesamtbild Salonfähig. Ein persönliches Schmankerl ist für mich der Speicherplatz, der angelehnt an eine Keycard, mit der Anzeige für Gefahr den richtigen Flair des Spiels beibehält. Der Scanner/Tracker ist nicht ganz der den man aus Alien I kennt allerdings erfüllt er mehr als gut seinen Zweck und passt insgesamt zum Interieur. Über Pumpguns bis hin zu Molotovs, Blendgranaten, Geräuschattrappen und Leuchtfackeln gibt es in dem Spiel alles was das Survivalherz begehrt. Nur muss man eben gut mit seinen Ressourcen wirtschaften, sonst steht man ohne alles da, was eine ganz ganz dumme Situation ist! Zudem sehen sich die Bereich nicht ähnlich, trotz allem sich einige Details wiederholen. Es gibt helle freundliche Wohnräume, zerstörte und flammen umrandete Arbeitsbereiche, dunkle Schächte und strahlende Einkaufsmeilen. Die Sevastopol ist riesig und weiß mit Ihrer Vielfalt zu glänzen. Es wird nicht langweilig einige Bereiche ein zweites oder sogar drittes mal zu durchlaufen zumal die Bereiche sich verändern können, nicht vergessen wir sind nicht alleine! Insgesamt vermittelt uns das Spiel immer die richtige Atmosphäre. Selbst an stellen wo das Alien auch nicht auftauchen würde wenn wir nackt mit einem Sombrero Samba tanzen würden, bewegen wir uns langsam und vorsichtig. Man hört immer etwas und nur selten ist das bedrohliche Musik, die braucht man auch gar nicht, das Alien macht genug Geräusche. [size=12][color=#009999]Movement und Waffen Handling[/color][/size] Amanda spielt sich flüssig und hat jede menge Möglichkeiten sich fortzubewegen. Rennen, schleichen, ducken, laufen, klettern....Amanda kann fast alles, außer springen! Aber das ist kein Problem, da man alles im Spiel auch anderweitig erreichen kann. Wie ich mit der Rohrzange schlagen kann weiß ich zwar bis heute noch nicht aber immerhin gibt es sie. Die Waffen und deren Handling lassen auch keine Beschwerden zu, grade das nachladen des Flammenwerfers empfinde ich als nettes Gadget da Amanda zum Nachladen die Räder dreht und sich die Waffe so auflädt. Das verstecken ist leider immer sehr Chaotisch. Da möchte man sich langsam in einem Schrank verstecken, schleicht leise zum Schrank, öffnet die Tür vorsichtig.... und Amanda schmeißt die Tür zu als wäre der Schrank ein Panzer! Jap, das ist ganz toll wenn man am besten kein Geräusch machen mag da das Objekt der Begierde genau nebenan ist. Manchmal, aber nicht immer schmeißt Amanda auch eine Granate o.ä. So als hätte sie einen Gummiarm. Am schönsten ist es dann auch wenn die Dinger die man mühsam zusammengebaut hat nicht funktionieren. Ist ja auch sehr wirkungsvoll, wenn man einem Androiden einen Molotov an den Kopf wirft und es passiert nichts. Allgemein gibt es aber auch an dieser Kategorie herzlich wenig auszusetzen. [color=#009999][size=12]Die Gegner (außerhalb des Aliens)[/size][/color] Neben unserem lieben Xenomorph gibt es noch andere die Amanda nach dem Leben trachten. Nämlich Menschen und Androiden. Die Menschen sehen dich entweder hinter Wänden kommen oder du sitzt direkt vor Ihnen in einer Ecke und sie sehen dich nicht! Anstatt die totale Konfrontation mit Humanoiden immer einzusetzen hätte ich versucht 2 Lösungswege , verbal und körperlich, einzubinden. Die meisten Humanoiden kann man umgehen oder durch Tricksen ausschalten, trotzdem sind unvermeidliche Situationen dann doch sehr aufreibend. Ein anderes, sehr viel schlaueres und stärkeres Kaliber sind die Androiden. Sie sehen dich zu 70% wenn du dich auch nur einen halben Meter raus ragst und sie werden dich kriegen. Sie sind sehr stark und nur ganz schwer wieder weg zu bekommen. Töten bzw. ausschalten kann man sie erst am ende richtig bzw. schnell weswegen eine offene Konfrontation grade zu Anfang nicht empfehlenswert ist. Mit dem Flammenwerfer dauert es einfach zu lang und es macht zu viel krach. Mit dem Elektroschocker kann man die lieben zwar betäuben aber ganz außer Gefecht werden sie nur gesetzt wenn sie Ihr weisses „Blut“ auf dem Boden verteilen. Alien und Androiden scheinen leider nichts gegeneinander zu haben, wenn sie aufeinandertreffen fragt der Android das Alien nur was „diese unbekannte Lebensform“ will und es kommt, surprise, keine Antwort. Ein kleiner Tipp, sie können nicht in Schächte o.ä., dafür aber ordentlich unter Tische treten, macht was draus!Wo Aliens sind sind auch....na kommt ihr wisst es doch selbst....Facehugger! Man begegnet Ihnen mal ab und an ab Mitte des Spiels, sie melden sich mit einem quieken an und sind leicht zu erledigen, aber der Tod eines Facehuggers ruft etwas anderes auf den Schirm was nicht zu erledigen ist.... [size=12][color=#009999] Der Xenomorph [/color][/size] Das interessanteste am Spiel ist natürlich der Namensgeber, das Alien. Ich sage euch gleich, die Optik des Aliens ist verblüffend. Es ist sehr detailreich und wunderschön gearbeitet. Wie detailreich sieht man eig. erst wenn man entweder a) stirbt oder b) versteckt ist und freie Sicht hat. Jedenfalls ist das Alien Highlight und Hingucker in einem, aber auch ein großer Nervfaktor.... Es dauert erst einmal eine kleine Weile bis es dazu kommt, dass unser Freund sich zeigt. Anders als Amanda wissen wir schon vor dem eintauchen in die Sevastopol was uns erwartet und spielen dementsprechend sehr vorsichtig. Dabei könnten wir am Anfang Topfschlagen spielen und es würde sich nicht die Bohne drum kümmern. Schon seltsam wenn man bedenkt, dass hinterher ein Stuhl ausreicht um das Ding 10 Minuten an einen Raum zu fesseln, nebenbei bemerkt stößt das Alien selbst den Stuhl immer wieder um. Generell wird unser Freund im verlauf des Spieles immer aggressiver. Leider Gottes ist es auch noch Intelligent, denn es kann zählen! Wenn man das Alien benutzen möchte um unliebsame Mitmenschen zu entsorgen geht das leider nicht so locker wie es sich anhören mag. Es weiß ganz genau wie viele Leckerbissen wo waren und sucht dementsprechend danach. Auch hat es die Angewohnheit, einfach mal hocken zu bleiben. Es läuft um eine Ecke, man sieht nichts auf dem Scanner, wartet ne Minute, geht um die Ecke und es steht da.... Auch wenn man in die Decke oder aus einem Schacht gezogen wird ist das nicht angenehmer. Ich möchte das Alien jetzt nicht beängstigender machen als es ohnehin schon bei Fans bekannt ist, aber einen schönen knackigen Horror im Nacken hat noch keinem geschadet. [color=#009999][size=12]Gescripted! - oder doch nicht? [/size][/color] Mich hat es extrem genervt immer wieder zu hören wie gescripted das Alien und somit das Spiel doch sein soll. Ich sage ein Spiel mit Story kann nicht komplett ungescripted sein, grade am Anfang nicht! Zwischendurch MUSS das Alien einfach mal auftauchen und etwas bestimmtes machen. Aber ich habe bestimmt eine Stunde nur damit zugebracht Laufwege des Xenomorph zu studieren und es hat sich immer anders verhalten, je nachdem wie ich gespielt habe. Bin ich durch die Gegend gerannt und hab Halligalli gemacht war das Vieh mir wesentlich aggressiver auf den Fersen und hat mich öfter aus den Schränken gerissen als wenn ich geschlichen bin. Spielt das Spiel durch und ihr werdet wissen was ich meine! [color=#009999][size=12]Die Story[/size][/color] Amandas Mutter ist verschollen, der Flugschreiber wird gefunden und natürlich muss sie herausfinden was passiert ist. Ganz die Mama macht Amanda die Erfahrung das ein Xenomorph keine tolle Sache ist und sich alles gegen einen wenden kann, seien es Humanoide oder Androiden. Ein Schiff im Weltraum, ein Alien, viele Aufgaben – bekannt und gut. Die Story geht gut weiter und ist insgesamt sehr stimmig, nichts wirkt aufgesetzt und man merkt auch nicht wie die Story in die Länge gezogen wird. Man leidet, lebt und fiebert mit, so wie es sein sollte. Vor allem verliert sich die Hauptstory nicht im Sande, wie bei vielen anderen Spielen. Über das ende, ja es gibt irgendwann eins, sage Ich jetzt nichts, aber es passt irgendwie und lässt Raum für Spekulationen. [size=12][color=#009999]Bugs, lustige Momente oder einfach nur WTF?!?[/color][/size] Das Spiel ist super, aber auch nicht fehlerfrei. Manchmal sitzt man genau vor dem Alien, schaut es an und.... es läuft vorbei. Schön für uns aber nach dem dem dritten mal wird man automatisch übermütig, was natürlich schlecht ist wenn das Alien wieder alle seine perfekten Sinne beieinander hat. Ich habe mich einmal zu Tode erschrocken, als ich in einer Ecke versteckt saß, das Alien ganz weit weg und auf einmal etwas aus dem Boden (!) sprang, auf mich zu und wieder im selbigen verschwand. Vor lauter Panik hab ich den Flammenwerfer leer gefeuert und meine Lunge aufgrund dieses Flipper-Sprungs ausgespuckt. Deadmac (ein Forenfreund ) der grade den Stream geschaut hat fiel auch aus allen Wolken. Das kam auch an einer anderen Stelle wieder vor, da ich das aber kannte bin ich nicht mehr so ausgerastet. Trotzdem ein absoluter Schock-Bug der erst hinterher lustig ist. Desweiteren läuft es auch mal durch den Schrank in dem du dich grade versteckst...seems legit! Waffen stecken mal vor einem in der Luft oder das Radio fliegt durch die Gegend, aber auch nur wenn du dich hinhockst! [size=12][color=#009999]Fazit[/color][/size] Alien:Isolation ist für mich das Spiel des Jahres 2014 UND das beste Alien Spiel aller Zeiten. Trotz kleiner Fehler, oder deswegen?, ist das Spiel nahezu perfekt. Die Angst sitzt einem kontinuierlich im Nacken, selbst wenn das Alien vermeintlich nicht anwesend ist. Das Setting ist unglaublich schön und abwechslungsreich, die Gegner allesamt auf Ihre Art und weise abwechslungsreich und Furchteinflößend. Gefährlich, schön und nervig zugleich heizt das Alien einem ein und passt sich perfekt der Spielweise an die man an den Tag legt. Mehr möchte ich zu dem Spiel auch gar nicht sagen, da man es einmal selbst spielen sollte um seine Erfahrungen zu machen. 36 Stunden (!) Spielspaß und Frust, mit purem Stolz übers weiterkommen vermengt mit einer guten Story und einem Alien für das es sich lohnt zu kämpfen (oder eben dagegen zu kämpfen). Danke Creative Assembly und weiter so! [color=#009999][size=14]10/10 [/size][/color]