Alan Wake [devilman]

  • [align=center][img]http://img7.imagebanana.com/img/5zr1bo5q/alanwakelogohq.png[/img][/align] System: Xbox 360 only Entwickler: Remedy Publisher: Microsoft Alan Wake ist das vierte Spiel nach Death Rallye und Max Payne 1&2 der finnischen Spieleschmiede Remedy. Recht lange (gute 5 Jahre) haben die Entwickler am Spiel gebastelt und dabei auch Konzepte (z.B. Open World) über den Haufen geworfen. Nun war es im Mai 2010 soweit: Alan Wake erschien, spaltete die Gemeinde und verkaufte sich nicht so gut wie das von MS und Remedy erhofft war. Die PC-Version wurde ein paar Monate vor Release gänzlich gecancelt. [i]Story:[/i] Alan Wake, seines Zeichens erfolgreicher Buchautor, hat seit 2 Jahren eine Schreibblockade die ihn regelrecht aus der Bahn wirft. Auf Wunsch seiner Frau Alice fährt das Paar in die Berge zu dem verschlafenen Nest Bright Falls. Alice erhofft sich davon, dass es Alan wieder besser geht und er seine Schreibblockade überwinden kann. Das Paar mietet eine Hütte an dem beschaulichen Cauldron Lake. Nach einer hitzigen Diskussion mit Alice, denn diese will auf recht deutliche Weise Alan wieder Schreibfähig machen, stürmt Alan wutentbrannt aus der Hütte. Als Alan noch mit sich selbst ringt hört er einen Schrei… und sieht, dass überall im Haus das Licht ausgefallen ist; Alice. Er rennt in die Hütte um nach ihr zu sehen. Doch von ihr keine Spur... nur ein geborstenes Geländer und tief unten der See. Alan springt voller Verzweifelung in den See um seine Frau zu retten. Eine Woche später: Alan erwacht in seinem Auto er hatte einen Unfall. Was geschah in dieser Woche? Alan macht sich auf die Suche und ein Albtraum beginnt bei dem nicht so ist, wie es zu sein scheint. [i]Storytelling:[/i] Alan Wake erzählt eine sehr interessante Story, die auf einigen Ebenen dem Spieler nahe gebracht wird. Da wäre zum einen Alan, der die Story und die Geschehnisse aus dem Off kommentiert, die Radio- und Fernsehübertragungen, Cut-Scenes, Live Gespräche und die Manuskriptseiten (knapp 90 an der Zahl) welche über das ganze Spiel hinweg zu finden sind. Remedy fordert den Spieler sich über alles Geschehne Gedanken zu machen und sich aus verschiedenen Metaphern seinen Reim auf die Geschehnisse rund um Bright Falls, die Dunkelheit, Alan & Alice und einen Thomas Zane zu machen. Was ist Wirklichkeit, was ist Traum ? [i]Vorbilder:[/i] Die Entwickler bedienen sich bei Alan Wake sehr unverblümt bei bekannten Vorbildern. Man könnte auch sagen, Alan Wake ist Remedys’ Verbeugung vor dem Horror/Thriller – Genre egal ob Buch, Film oder Spiel betreffend. Alle Anspielungen aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, aber ein paar Beispiele sollten nicht unerwähnt bleiben: - Das Szenario rund um Bright Falls, Berge und Tannenwälder stammt offensichtlich (und da machen die Entwickler auch keinen Hehl daraus) aus der Mystery-Serie „Twin Peaks“ von David Lynch. - Es gibt einen gerüttelt Maß an Stephen King zu entdecken (welcher auch im Vorspann erwähnt wird). Man findet überall Anspielungen auf seine Bücher, bzw. die Verfilmungen dieser. The Shining, Rhea M, Friedhof der Kuscheltiere… - Aber auch andere sind erwähnt: Die Vögel, Poltergeist, Lost, Secret Window, etwas Lovecraft Zeugs, Spiele wie Alone in the Dark oder Silent Hill. [i]Gameplay und Spiel:[/i] Alan Wake spielt sich aus der 3rd-Person Ansicht. Schießen und Zielen erfolgt nach bekanntem Muster. Da die Gegner (The Taken) von einer dunklen Präsenz umgeben sind, kommt die Taschenlampe als wichtigstes Utensil zum Einsatz. Denn nur wenn die dunkle Präsenz verbannt wurde, kann man den Gegnern mit Pistole, Pump-Gun und Jagdgewehr zu Leibe rücken. Darüber hinaus gibt es aber auch noch starke „Lichtwaffen“ wie die Flaregun. Die Steuerung ist solide aber etwas hakelig. Man weiß auch oft nicht, was im Rücken seines Charas lauert. Allzu oft wird man so mit Hieben der Gegner eingedeckt. Rätsel gibt es leider kaum welche, da hätte man schon das ein oder andere mehr reinpacken können. Vorhandene sind „etwas“ unterfordernd. Die langen Laufwege, welche am Anfang Sinn machen, wirken mit zunehmender Spieldauer etwas langatmig und die gelegentlichen Fahrabschnitte sind wohl noch Überbleibsel des einstigen Open-World Gedankens. Auch der Gruselfaktor ist nicht wirklich hoch. Zwar geben am Anfang die Wälder einen dieses beklemmende Gefühl, leider nützt sich es doch recht schnell ab. Dafür verbringt man einfach zuviel Zeit im Wald und die Gegner tauchen auch immer nach dem gleichen Schema auf. Die NPC sind gut geschrieben und nerven nicht. Teils sind sie zwar klischeehaft, aber auch witzig (z.B. Barry… Flaming Eye of Mordor :D ). [i]Grafik und Szenarien:[/i] Die Szenarien sind aber alle toll ausstaffiert. Egal ob die grusligen, nebligen Wälder, Trailer-Parks, Hütten, Mine-Museum,… hier steckt viel Liebe zum Detail drin. Alles wirkt passend und sehr gut recherchiert. Auch am Tage bietet das Spiel teils postkartenähnliche Szenarien. Bergketten, Tannenwälder und hohe Weitsicht, lassen einem für Minuten nur den Anblick genießen. Die Grafik generell gehört zum Besten auf der 360. Zwar sind manche Texturen eher PS2 würdig, aber der gesamte Look überwiegt dies um ein vielfaches. Sich im Wind wiegende dichte Vegetation, welche übrigens sehr gelungen ist, tut da ihr übriges. Das Charadesign ist ordentlich, wenn auch nicht überragend. Genauso verhält es sich mit den Animationen. [i]Sound:[/i] Der Soundtrack von Alan Wake ist eher unaufdringlich. Ein paar kleine Soundstücke hier und da. Gelungen sind die Songs des Spiels, teils von echten, teils von fiktiven Interpreten/Bands (Old Gods of Asgard). Atmospährisch passt es aber durchaus zusammen. [i]Fazit:[/i] Alan Wake hat seine Kanten, diese lassen sich im Nachhinein auch nicht rund schleifen. Aber dieses Spiel als Gesamtprodukt gesehen lässt einem/mich schon jubeln. Remedy hat es wirklich überraschend gut hinbekommen, die ganzen Vorlagen zu einem runden Gesamtwerk zu vereinen. Klar… gruselig ist es kaum, Gameplay ist auch nicht das rundeste, die gute Story teils umständlich erzählt. Trotzdem sollte man sich Alan Wakes’ Albtraum unbedingt geben. Man verpasst einen wirklich gelungen Exklusivtitel. [i] Wertung:[/i] 8,5/10